im Thurgau
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^>er realen Richtung Berücksichtigung zu empfehlen, derDreiviertel der Schüler angehören. „Nur bescheidentlich, fastverachtet, durste zuerst da und dort der Realismus sein Häus-chen neben die Paläste des Humanismus bauen; hinter einemKollegium von Gymnasiallehrern erschien schüchtern der Lehrereiner Realklasse". Jetzt sei es unter dem Eindruck der mäch-tigen Fortschritte im Gebiete der Naturwissenschaften andersgeworden und mancherorts drohen schon die technischen An-stalten die Gymnasien zu überflügeln. Scherr gab dann derKantonsschule insbesondere noch den Rat, den Zusammenhangmit den untern Schulanstalten nicht zu verlieren; im Thurgau sei für eine besondere Gelehrtenrepublik kein Raum; wer ander obersten Bildungsanstalt wirke, möge auch den Lehrer dereinfachsten Dorfschule als Mitarbeiter im großen Garten derMenschenerziehung freundlich achten.
Im zweiten Teil der Feier hielt Scherr eine kurze An-sprache, in der er den Wert gegenseitigen Vertrauens betonte.Beide Reden trugen eine gewollte Färbung. Die Volksführerhatten sich nämlich besonders dem Gymnasium als der eigent-lichen Herrenschule gegenüber ablehnend verhalten, währendsie für die Industrieschule zu haben waren. Auch dem „Ver-trauenswunsch" kam eine gewisse Berichtigung zu. In Frauen-feld hieß es immer, der Erziehungsrat arbeite im geheimender Kantonsschule entgegen.
Es gab in der Tat noch wiederholt Meinungsverschieden-heiten zwischen dem Erziehungsrate und den Kantonsschul-behörden, z. B. bei Lehrerwahlen, bei Errichtung neuer Lehr-stellen, in Lehrplanfragen usw.; aber wenigstens fand die vonScherr entworfene Kantonsschulordnung fast unveränderteGnade. Sonst aber bewiesen allerlei Zwischenfälle, daß einwirkliches Vertrauensverhältnis zwischen dem Erziehungsrateund der Kantonsschule nicht aufzukommen vermochte?) In
t) Scherr schrieb am 2. Februar 1858: „Nun ist schon wieder einneuer, verdrießlicher Zwischenfall mit der Aufsichtskommission einge-treten, der mir viel Aerger und Verdruß verursacht hat. Die Plackereiwird dort versucht, weil man gerne sähe, wenn ich Herrn KappelerPlatz machte im Erziehungsrate."