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Thomas Scherr im Thurgau / von Dr. Albert Leutenegger
Entstehung
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100
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Thomas Scherr

IM

einigem Zusammenhange hiemit stehen auch verschiedeneFehden, die Scherr mit KantonsschuIIehrern auszufechten hatte.Sie werden an anderer Stelle noch Erwähnung finden.

b) Die landwirtschaftliche Schule. Auf die Ent-wicklung der landwirtschaftlichen Schule hatte Scherr wenigEinfluß. Diese befand sich schon bei seinem Amtsantritt nichtmehr ganz auf richtiger Grundlage. Im Jahresbericht von1851 schreibt Direktor Wellauer, daß die Eltern und Vor-münder mehr Wert legen auf die allgemeine Bildung als aufdie berufliche. AIs Anstalt für allgemeine Bildung aber be-kam nun nach der Errichtung von Sekundärschulen und einerhöhern Lehranstalt in Frauenfeld die landwirtschaftliche Schuleeinen immer schwierigeren Stand, zumal nun auch noch dieWehrlischule auf Guggenbühl in Mitbewerbung trat. Dazukam noch ein anderer empfindlicher Schlag. Ungehalten überdie Wahl Scherrs zum Vorsitzenden des Erziehungsrates undspäter über den Vorschlag Erunholzers zum Seminardirektortrat Wellauer, der verdiente und angesehene Leiter der land-wirtschaftlichen Schule, auf Herbst 1853 zurück und folgteeinem Rufe als Vorsteher der Waisenanstalt in St. Gallen ?)Es wollte nicht gelingen, ihn glücklich zu ersetzen. Gewähltwurde schließlich Friedrich Römer, ein ehemaliger Schüler vonHohenheim , der sich indessen für das ohnehin sehr schwierigeAmt nicht eignete. Am Versuch einer gründlichen Umgestaltungder Anstalt hatte Scherr keinen Anteil; dagegen traf dieVerordnung betreffend das Rechnungswesen der kantonalenLehranstalten in besonderer Weise auch die landwirtschaftlicheSchule.

? Er wandte sich noch in einem dem Druck übergegebenen Ab-schiedswort gegen Scherr und den Erziehungsrat. Zur Erklärungseiner Haltung ist noch beizufügen, daß er als Schwiegersohn Wehrlisganz aus dessen Seite stand. Wellauer bildete nun gemeinsam mitSchlegel, Schlaginhausen, Kaufmann und Wartmann den Mittelpunktder scherrgegnerischen Bestrebungen in St. Gallen ssiehe z. B. denSt. Gallischen Schulfreund" 1857). Auch die Angriffe gegen ScherrsSchriftleitung derSchweizerischen Lehrer-Zeitung" gingen vonSt. Gallen aus.