II. Herdern unter den Hohenlandenderg.
1524-1579.
Ludwig Eglin, der Anno 1501 Zwing und Bann von Herdernvon Ittingen durch Kauf an sich gebracht und damit Herdern zueiner Gerichtsherrlichkeit erhoben hatte, starb ohne männliche Leibes-erben, und die Herrschaft ging durch Erbschaft über an die Hohen-landenberg; unsicher ist das Jahr in dem es geschah. Wir wissennur, daß bereits im Jahr 1524 Ludwig Eglin gestorben war,indem die Witwe Elsbeth von Goldenberg eine Jahrzeit in derKirche Herdern stiftete. Ebenso wissen wir, daß im Jahr 1528die Herrschaft im Besitz des Hug Dietrich von Hohenlandenberg war.
Das sehen wir aus einem Ereignis des genannten Jahres,das in Frauenfeld statthatte. Am 22. Dezember desselben gingenJohann zur Burg, Helfer zu St. Johann in Kurzdorf und MagisterFehr an der Michaelspfründe, beides evangelisch gesinnte Männer,zu Stephan Keller, Schneider, um wegen Ausbesserung einesKleides mit ihm Rücksprache zu nehmen. Bald daraus tratenJunker Hug Dietrich von Herdern, Junker Sigmund von Landen-berg in Frauenfeld , Landammann Wehrli und Bernhard Schmutz,lauter bigott katholische Männer, bei ihm ein. Die letztem stießenSchmähungen über die erstem aus; Magister Fehr konnte sichentfernen, aber Johann zur Burg wurde von Junker Hug Dietrichvon Landenberg zu Herdern, trotzdem er dem Schneider Keller indie Hand versprochen, sich alles Streites zu enthalten, mit einemDolche gestochen, daß er infolge davon starb. Hug Dietrich ent-ging seiner Bestrafung durch die Flucht, wurde dann aber am23. Mai 1529, als er dem wegen eines Mordes an einem Bauern