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von nur 64 Gulden, 4 Batzen, 3 Denaren. Woher dieser geringeBestand? Wir begreifen angesichts dieser Tatsache das Mißtrauen,mit dem man von Seite Herderns die Kollatorin Kalchrain be-argwohnte. Es hatte die Dokumente und Briefe aus der Kirchezu sich nach Kalchrain genommen; Jahre hindurch war der Kast-vogt, die Herrschaft Herdern nicht mehr zur Kirchenrechnung ge-laden worden; Stiftungen der Kirche hatte es eingezogen, ohneihren Bestimmungen nachzukommen. Dem Spruch der Tagsatzungvon Anno 1630, nach dem das Kirchengut in Herdern aufbewahrtwerden sollte, war es nicht nachgekommen.
Erst am 1. Februar 1692 kam es zu Abfassung eines Ur-bar s, „darinnen alles Jnnehmen sowohl an Früchten als Geldund wo Eins oder Anderes zu fordern, specifizirlich zu finden, undein jederweiliger Kirchenpfleger jährlich zu beziehen, auch Rechnungdavon abzulegen schuldig ist, extrahirt aus dem neu aufgerichtetenKirchenurbar den 1. Februar 1692 durch Guillelmum Schindler,Statthalter zu geweldtem Herdern ."
Als mit den Jahren neue Unregelmäßigkeiten sich einschlichenund Ursachen von Anstanden und Zwistigkeiten wurden, ward schon1759 die Erstellung eines neuen Urbars in Aussicht genommen.Aber erst in den Jahren 1769—71 kam es zu dessen Ausführung,und auch das erst nach viel Hader und Streit, wie der Handelum die vier Viertel Kernen zeigt. Nach dem neuen Urbar be-trugen die Einnahmen an Geld 22 Gulden 4 Batzen, an Früchten6 Malter, 1 Vierling, 1 Jmmi und 3 Mäßli.
Die Kirchenrechnungen sind im Archiv vorhanden von 1639bis und mit 1815, allerdings mit zahlreichen Unterbrechungen. Oftumfassen sie die Zeit von drei, vier und mehr Jahren.
Die Neubaute der Kirche, die Anno 1717 und 1718 aus-geführt wurde, erforderte eine Ausgabe von 636 Gulden, 2 Batzenund 5Us Denare. Es wurde dabei viele Arbeit srondienstweiseausgeführt. 1744 war die Schuld getilgt.
Die Zinse und Abgaben an die Kirche bestanden ursprünglichfast ausschließlich in Naturalien, in Kernen und Haber. Es lagaber, mit der Zeit immer mehr, im Interesse der Kirche, vielfachauch in dem der Zinser, daß an Stelle der Früchte Geld bezahltwurde. So kam die Regierung dazu, von Amtes wegen jedes Jahr