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der Burgherr auf seine Gestalt anspielte und meinte, ihn könnte manwie die Spadonen an den morgenländischen Höfen im Frauengemachedulden, wollte der Knirps erst aufbrausen, indem ein unheimlichesWetterleuchten über sein Gesicht fuhr, ließ aber das Gewitter schweigendin ein bloßes Grinsen übergehen. Er begann dem Burgherrn immermehr zu mißtrauen, indem er ihm die schlimmsten Absichten andichtete,und beschloß, die Sache der Leibeigenerklärung des Oa-kuvörs demZentgrafen oder eher dem Herzoge selbst vorzubringen, bei welchemsie nächstens zu erscheinen hatten. Das Gespräch endete damit> daßihn Wetzilo mit Reinharten, dem Fuchse, verglich, welcher an desKöniges, des Löwen, Hofe in der Fabel so viel Unheils angestiftet,worüber der Maier geschmeichelt lächelte.
Damals weilte Gall meistens jenseits des See's im LinzgaueAlemanniens, wo er seit Columbas Abreise unermüdet thätig gewesenwar, das Heidenthum unter den Bewohnern des Gaues verschwindenzu machen. Unweit Briganz am See hatte er für die dortige Christen-gemeinde eine Kirche gegründet, später geheißen die Mehieran;eine andere auf der Insel, genannt die Linthau. Er ist dort weit-herum noch immer in gesegnetem Andenken, während die Lustnauerdes Zentes Reingau einen Zauberer, wofür ihre heidnischen Vorelternihn hielten, noch heute von seinem Namen SamKallar nennen.
Er war eben daran, beim heutigen Nonnenhorn vom Ufer ab-zustoßen und von zweien seiner Gläubigen, dem treuen Chuonrat vonder Familie der Förster und dessen Sohne, geführt, wieder nach Arbon zurückzukehren, als des Herzoges Tochter, die beim Volke beliebteFridiburga, ihn besuchte, um ihr schweres Herz zu erleichtern. Dieseit einiger Zeit zwischen ihren Eltern herrschende zunehmende Span-nung drückte sie seit Langem, und jetzt neu ihre hevorstehende Reisein's Frankenland, als Sigeberts Braut, den sie nie gesehen, sowiedie Nichtwiederheimkehr des mit ihr an ihres Vaters Hofe erzogenenJugendgespielen Hagano von dem unseligen Zuge in die rätische Mark.Der Greis hörte sie mit großer Theilnahme an, stärkte sie mit Ver-trauen auf Gott und Hagano betreffend mit der Nachricht, die ihmheute geworden, derselbe sei von seinen Wunden genesen, habe Auf-schlüsse über seine geheimnißvolle Geburt erhalten, und sein Schicksalnahe sich einer vielleicht glücklichen Lösung. Die Jungfrau erfuhr beidiesem Anlasse, die Ruine der Burg Briganz vor Augen, mehr vonder Ursache, welche ihre beiden Eltern aus einander hielt, als sie jebisher hatte ahnen können, und, erhielt einen Schein von Hoffnung,daß auch dieser Stachel aus den Herzen gezogen werde, wobei Gall