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Des hl. Gallus Zelle an der Steinach im Jahre 614 / von Dr. Anton Henne
Entstehung
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16. Der Kampf mit dem Drachen.

Im Steine lag der Drache ohn alle Maßen groß,und hielt des Hauptes Schuppen der Jungfrau in dem Schooß.

So schlief ep nach der Mahlzeit an ihrem Busen ein,erschütternd mit dem Odem den ganzen Drachenstein.

Da dacht' in ihrem Herzen die schöne Königsmeid:o müßt' es der tapfre Günther, er rächte wohl mein Leid.

Und er, mein Edelfalke, er rettete wohl mich gern;doch, ach, der ist ein Traum nur, und lebt er, so ist er fern.Der Wurm in seinem Schlummer ihr Denken wohl vernahm:Gedulde dich, schöne Dirne, bald endet sich dein Gram.

Von heute in fünf Jahren bin ich ein König reich,dann ist in allen Landen kein Weib der Grimhild gleich.

Dann bring' ich dich zum Reine und fordere deine Hand,und führe dich gelrönet ins Nibclungenland.

Indeß Geduld, Gudrune,*) dein Weinen erweicht mich nicht;hie kommst du nicht von hinnen, wenn nicht mein Fels zerbricht.Und wie er so gesprochen in seinem Uebermut,do wurden ihr im Auge die Zaren rot wie Blut.

Urplötzlich ein wunderbar Glänzen drang in den Fels herein.

Sind heut zwo Sonnen am Himmel? was will der goldne

Schein?**)

Und, horch, da klang die Thüre, und sieh da gieng sie auf,und in den Stein gewaffnet ein Jüngling sprang im Lauf!

Er sah die Gibichmeide in ihrer Haare Wehn,er sah ihr Taubenauge, wie ers im Schlaf gesehn.

Ihr lag der Wurm im Schooße, von oben dunkelbraun,von unten rot, voll Schuppen, und freislich***) anzuschaun.

Zweiter Name Grimhilds.

«») Genau so in der Volkssage, wie ich sie daheim als Knahe hörte.Gräulich.

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