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Als Brunhild vom Erstarren nun wieder zu sich kam,der König Günther die Nachricht aus ihrem Mund vernahm.
Sie log vor allem Volke, geschändet sei mein Leib,und ich, eh ich dich hatte, gewesen Sigfrids Weib.
Hiemit so bin ich ehrlos, da Alles das vernahm;und sie hat meinen Goldring, der mir abhanden kam.
Nimmst du die Schmach nicht von mir, so sei dir hie erklärt,daß Brunhild deine Minne nun nimmermehr begehrt. —
Erschrack der König Günther und gieng zu Sigfrid gleich;wie der die Kunde hörte, da ward er rot und bleich.
Der Weiber Zung' ist schärfer, als Eisen, das ist ihr Brauch.
Ich will auf Hilfe sinnen, doch, Bruder, thu du's auch. —
Er ging zu seiner Grimhild und fragte, was sie gethan.
Da schlug sie die Augen nieder, und schauete ihn nicht an. —
Was hast du da begonnen, viel liebe Fraue mein?
Du hast ein Feur entzündet, wird schwer zu löschen sein. —
Ich wollt' ich könnt' es wenden, sprach seine Gattinn da,indem sie, Schlimmes ahnend, durch Thränen zu ihm sah.
Nicht bin ich für mich in Aengstsn, für dich nur ist mir bang.
Sie hat mich dazu gezwungen, und brütete das schon lang. —
Such morgen sie zu versöhnen, derweil ich bin im Wald.
Hat sie was ausgesonnen, so thut sts's wahrlich bald.
Nicht ist wie du sie offen, und kocht es noch so heiß,ist ruhig die Oberfläche und kalt wie Gletschereis. —
Am Morgen gieng die Grimhild, besorgt in ihrem Sinn,hinüber zu dem Saale der schweigenden Königinn;doch was sie auch zu ihr sagte, und wie sie ihr Sühne bot,blieb unbewegt sie sitzen und sagte, die Augen rot:
Spar deine falschen Worte! wozu kömmst du heran,als dich an dem zu weiden, was du mir angethan? —
Was sagst du da, o Brunhild ? die Götter wissen das,wie leid mir ist, daß gestern im Zorn ich mich vergaß.
Ich nehm's vor Allen zurücke, denn alles weiß ich nun.
Jetzt laß uns drüber schweigen, und du dein Zürnen ruhn. —
Hast gut von Schweigen reden, sprach zornig die Brunhild jetzt,da alles dir gelungen, was du dir vorgesetzt. —
Nicht will ich mich Glückes rühmen, sprach aber die Grimhild da,wer das thut, ärgert die Götter, und ihm ist Unglück nah.
Doch sage mir jetzo, Schwester, was blickst du so grimm mich an?und habe, so lang ich lebe, dir sonst kein Leid gethan. —