87
artikel zu beleuchten; wahrscheinlich hätte derselbe nicht einmalAufnahme Munden.
Bei Anlaß der Erneuerungswahl des Statthalters im April1893 wollte ich dennoch die Gelegenheit nicht vorübergehenlassen, den Inhalt der frühern Einsendungen zu bekräftigen.Ich bin überzeugt, daß keiner von den sieben andern HerrenBezirksstatthaltern iin Kanton auch nur eines der drei Inserate,deren Wortlaut ich hier reproduziere, unbeantwortet gelassenhätte; Meili hingegen rührte sich abermals nicht!
(Im Inseratenteil der „Thurgauer Zeitung", 1887.)
Zur Statthalterwahl.
Da im ganzen Bezirk Frauenfeld sich nicht ein einziger fürdie Stelle eines Statthalters befähigter Mann als Kandidat auf-stellen lassen will, welcher Bildung und Wissen sowohl als nament-lich auch die zu diesem Amte erforderliche objektive Unparteilichkeitin sich vereinigt, welche Eigenschaften nicht nur die Freiheit deseinzelnen Bürgers garantieren, sondern auch einen wohlthätigenEinfluß auf den ganzen Staatsorganismus ausüben — lind mansich notgedrungen bis aus ivciteres behelfen muß, ivie es geht —so werden auswärts wohnende gebildete Männer, welchen das Wohldes Volkes im Bezirk Frauenfeld am Herzen liegt, und die ge-eignet sind, ein solches Amt anzunehmen, höflichst gebeten, sich inden nächsten Jahren in unserem Hauptorte Frauenfeld niederzulassen.
Frauenfeld , den 19. April 1887.
Ein Wähler.
(Den 26. April 1890 in der „Thurg. Zeitung".)
Zur Statthalterwahl im Bezirk Frauenfeld .
Schon seit einer langen Reihe von Jahren ist vielfach derWunsch geäußert worden, dieses wichtige Amt in andere Hände zugeben, allein es ist dies nicht wohl möglich, da man keinen Kan-didaten dazu findet.
Männer von Erfahrung, Bildung und Wissen, verbunden mitobjektiver Unparteilichkeit, wie dieses Amt erfordert, geben sich ebennicht so leicht her um eine so magere Besoldung. Hat doch einStatthalter in Frauenfeld , der nicht wohl ein Ncbengeschäft be-treiben kann, nur einen Jahresgchalt von 1600 Fr., nebst etwa2 — 400 Fr. Sportcln. Entweder muß einer daneben sich ziem-licher Wohlhabenheit erfreuen, oder er muß froh fein, infolge seinerfrühern Lebensbahn und Leistungsfähigkeit diesen Posten gefundenzu haben. Es ist dies, wie schon erwähnt, auch keine Besoldungfür einen Mann, dem der Staat die höchsten Güter seiner Bürger,nämlich die Freiheit jedes einzelnen anvertraut.