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Abschriftliche und chronologische Zusammenstellung aller Akten des amtlichen Untersuchs zur Ermittelung der Ursache des Brandes in Friedthal vom Sonntag Abend den 6. Mai 1883, sowie : Meine Erlebnisse im Friedthal von 1882 bis 1885 und ; Widerlegung der Verdächtigungen an Hand der Akten / von Jacob Roth
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Auf dem Lande findet man viel eher passende Männer mitder nötigen Bildung, die nebst einem Landbesitz ökonomisch gutsitniert und deshalb nicht auf die spärliche Besoldung angewiesen sind.

In Frauenfeld nehmen die Wohnung und andere Bedürfnisseden Geldbeutel mehr in Anspruch als auf dein Lande, und daherwerden wir uns eben begnügen müssen, bis man dazu kommt,dieses wichtige Amt auch angemessen zu besolden. U-

(Den 16. April 1893 in derThurg. Wochcnzeitnng".)

Hur Statthnlterwahl im Bezirk Frmienfkld.

Es ist schon in den letzten zwei Wahlperioden öffentlich unddringend auf die Notwendigkeit hingewiesen worden, dah für dasAmt eines Bezirksstatthalters ein durchaus befähigter Mann er-forderlich sei, dem die Eigenschaften der objektiven, unabhängigenPrüfung und Anschauung, ungetrübt durch ökonomische Schwierig-keiten und allfällig dadurch bedingte Nebenrücksichtcn, zugesprochenwerden müssen. Wir stehen aber bis heute im Bezirk Frauenfeld auf dem alten Fleck, da sich für die bis dato unverändert gebliebeneminime Besoldung des ersten Bczirksbcamtcn niemand anders vornrechten Holze" für dieses wichtige Amt herbeilassen will. Unddoch ist in des Statthalters Befugnis oft nicht nur Wohl undWehe und sogar die ökonomische Existenz des einzelnen Bürgers,sondern ganzer Familien gelegt, und wehe dem, für welchen dasAmt in unrichtiger Hand liegt!

Einmal begangenes schweres Unrecht, wie mir geschehen underwiesen ist, vermag trotz richterlicher Satisfaktion das öffentlicheUrteil nicht mehr ganz auszugleichen. Wenn einem Bürger, wennihn ein Brandunglück trifft, auf elende, gemeine Verdächtigung hin,verbunden mit unwahren Angaben, die größte Schande erteilt undSchmach angethan wird, vom polizeilichen Standpunkte aus, so isteben das nicht genügend, wenn man ihn wieder frei läßt und ihmSatisfaktion gibt, sondern der Staat sollte bei einem solchen Resultatder Untersuchung verpflichtet sein, dieselbe in solchen Fällen auchnoch öffentlich zu erteilen.

Dem jetzigen Statthalter mag wieder die Bestätigung seinesAmtes in Aussicht stehen und sie ist aus den angeführten Motivensehr wahrscheinlich. DieNein" werden sich stillschweigend unter-drückt fühlen. Vielleicht kommt später noch einmal eine genaueAusführung, wie edel der gegenwärtige Statthalter mit seinemnähern Anhang gehandelt hat. Möglicherweise erwachen dann auchandere Stimmen, und endlich werden den Leuten doch die Augenaufgehen und sie einsehen, daß dieser neapolitanische Soldat, derzuerst Landjäger, nachher Statthalterwcibcl geworden, nicht fürdas Amt eines Statthalters paßt. R.