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Dr. Adolf Wartenweiler, Romanshorn : : ein Lebensbild, nach eigenen Aufzeichnungen
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Doch es lag noch ein weiter Weg vor uns, insThurgau hinunter, und der Abstieg setzte unseren Knieenmehr zu als der Aufstieg. Müde zwar, aber geistigfrisch und froh zogen wir Bürschchen unter Hellem Lieder-klang im Städtchen ein, dann ein jeder nach Hause,wir noch unserenHackberer Stich" hinan, um Elternund Geschwistern zu erzählen, datz wir jetzt wohl dasHerrlichste, was die Erde bieten könne, gesehen underlebt hätten.

Die Rigireise. Meine zweite Schülerreise wareine größere, d. h. sie war nicht von Anfang an sogeplant, sondern nahm nach und nach, durch allerleiZufälligkeiten den kurz zu beschreibenden Verlauf.

Es war wieder ein zweitägiges Fährtchen ins Appen -zellerland in Aussicht genommen, und zwar auf denHohen Kasten, mit Abstieg ins Rheintal. Der 20. Juli1856 war als erster Reisetag bestimmt. Da man inder frühesten Frühe des Morgens aufbrechen wollte,rückten die auswärts Wohnenden schon am Abend zuvorein, um die paar Stunden der Nacht im untern Schul-lokal zuzubringen. Unsere ebenen Schultische wurdenzusammengestellt, Herr Lehrer Braun war so freund-lich, uns ein paar Kissen und Bettdecken zur Verfügungzu stellen, und so wurde ein Nachtlager improvisiert.Aber von Schlaf war nicht viel die Rede. Die Necke-reien wollten kein Ende nehmen. Und dunkle Wolkenhingen am Himmel, tief, tief herunter, als wir in dasStädtchen hinaufzogen, und der erfahrene Wächter derNacht stellte uns nicht die beste Witterung in Aussicht,wir sollten nur die Reise verschieben. Aber da kam er