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Dr. Adolf Wartenweiler, Romanshorn : : ein Lebensbild, nach eigenen Aufzeichnungen
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Horn lebte er sich rasch ein,- in kurzer Zeit vergrößertesich auch seine Praxis. Eine Abwechslung bot ihm imSeptember 1888 ein mehrwöchiger Aufenthalt in München 'zu Studienzwecken. Seine in. derBodensee-Zeitung"erschienenenMünchner Briefe" schildern die Eindrücke:

Also das Bündel gepackt. Romanshorn , leb' wohl!Vorbei bei den Hallen, die den goldenen Segen derNordostbahn kaum zu fassen vermögen, vorbei bei denRäumen, wo halb Ungarn seine Borräte aufstapelt,vorbei bei der Stätte, wo der Reisende ausgepreßt wirdwie eine Zitrone, ein Opfer für den Nimmersatten Rachenunseres Militärmolochs, vorbei am Leuchtturm, a nonlucencto, hinaus ins schwäbische Meer - selbstverständ-lich erst, nachdem Herr Dammeister Rüegg mit eisigemErnst, mit Lippen, als hätten sie nie ein Lächeln ge-kannt, die letzten sichtbaren Bande, die uns mit demheimatlichen Strande verknüpft, gelöst hatte.

Das Wetter war nicht gerade schön zur Seefahrt;Passagiere befanden sich wenige auf dem Dampfer, unterden wenigen selbstverständlich das unvermeidliche Hoch-zeitspärchen. Am Rorschacherberg krochen dicke Nebel-massen fast bis zum See herunter. Nur hie und daöffnete sich die Szene; dann winkte St. Annaschloß , wieein im dunklen Grün verstecktes Märchen, einen letztenlieben Gruß.

Die Zollrevision in Lindau war mit einer Geschwin-digkeit von 0,5 passiert. Der Herr Douanier mochte esmir wohl ansehen, daß ich keine anarchistischen Schriftenmitführe; hätte er mir aber ins Herz schauen und diekleine sozialistische Ader entdecken können, ich wäre