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„Bergün ist als Luftkurort schon ziemlich frequentiert;in der Tat glaube ich, datz es sich da, abgesehen vonder Luft, auch sonst sehr angenehm leben läßt. Baldverengt sich das Tal wieder und zieht sich mehr südlich.Ein wundervoller Wasserfall, la Pischotta, verschönert diesonst schon so romantische Gegend. Gegenüber liegt daskleine Dörfchen Preda. Da rannte mir ein Bettler ent-gegen, ein kleiner, schmutziger, rotznasiger Junge, der esübrigens, wie mir schien, nicht nötig hatte zu betteln.Schon von weitem schrie er: ,Geben Sie Rappen, gebenSie Rappen!'
„Das Hospiz auf der Patzhöhe, mit Telegraphen-bureau, mutz jedenfalls ein sehr angenehmer Aufenthaltsein. Es waren mehrere Basier Familien zur Kur da.Neun Monate wird ja heutzutage gearbeitet, gehetzt undgeschunden, und drei Monate braucht es dann, den mal-trätierten Körper zu flicken. Ob's aber jedesmal gelingt,ist freilich eine andere Frage.
„In prachtvollem Blau, ich glaube, noch nie etwasso Schönes gesehen zu haben, wölbte sich der Himmelüber die Wunder der Alpenwelt. Weit und breit keinmenschliches Wesen. Kaum getraut man sich, seine Stimmehören zu lassen. Aber allmählich wird es sogar zumBedürfnis, und ich begreife es, wie das Menschenherzin so erhabener Einsamkeit aufjubeln, seine Gefühlehinausjauchzen mutz. (Im Vertrauen gesagt, Herr Re-daktor, ich habe es auch ein bitzchen getan, aber nurein ganz klein wenig.) Jetzt begreife ich es, woher all'die Jauchzer und Jodler unserer Aelpler, woher dieTiroler Ländler und Lieder stammen, aus der Menschen-