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Fußgänger; aber Berge zu besteigen, ist nicht meineSache. Dann hätte es mir auch zu viel Zeit weggenom-men. Auf den Morteratschgletscher bin ich aus einemandern Grunde nicht gegangen. Als Urbild der Schön-heit eines Gletschers trage ich von der letzten Reise herimmer noch den Rhonegletscher in meinem Herzen, gleich-sam niein Ideal. Der Morteratschgletscher mag nun auchsehr schön sein; aber ich möchte meinem Ideal - fastmöchte ich sagen Idol — keinen nicht ebenbürtigen Ri-valen, und daher bin ich meines Weges weitergezogen.
„St. Moritz , Maloja. Der Maloja ist der niedrigsteAlpenpaß, bloß 1817 Meter, und zeichnet sich aus durchseinen leichten, sanften Anstieg von der Cngadinerseite.Trotzdem bietet er eines der schönsten Naturgemälde desOberengadins. In scharfen Kehren geht's hinunter insTal. Da geht man nicht, sondern da wird man gegangen;da ist's ärger, als wenn man beim stärksten Westwindemit aufgespanntem Regenschirme von der Hub herunter-kommt. Der erste Ort im Vergell ist Lasaccia. DasTal, das von der Mera oder Maira durchströmt wird,ist in seinem obern Teile schweizerisch. Während ich inmeinem Reisehandbuche lese: ,In Windungen, welcheFußgänger den Telegraphenstangen nach, auf dem alten,zum Teil mit antik-römischem Pflaster versehenen Wegabschneiden können, hinab nach Asarina', guckt mir eineknorrige Telegraphenstange über die Schulter (sie sindeben wie die Leute, nicht so geschniegelt und glatt wiedie drunten im Tal), und ich höre ein leises Lispeln:,Ist es nicht sonderbar, wir, die Trägerinnen des Me-diums der neuesten Kultur, müssen noch als Wegweiser