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scamillos impares — vermöge solcher Scamillen gemacht werde: weil nämlich ohnedas Hülfsmittel dieser Scamillen die „ ndjectio „ nicht ausführbar seyn würde. Ich er-kläre mir demnach seinen Rifs auf folgende Weise:
Wenn das Auge in o Tab. I. über eine Linie a b erhöht ist, so. wird demselbender Punkt p, wo der Strahl winkelrecht von derselben ins Auge fällt, am niedrigstenerscheinen , von diesem Punkte an aber wird sich die Linie nach beyden Seiten hinallmählich zu heben scheinen, so dafs die Enden a b am höchsten, der Punkt p aberam tiefsten, und folglich die ganze Linie dem Auge wie hohl Vorkommen wird. Je näherder Gesichtspunkt, oder je länger die Linie ist, desto merklicher wird diese Wirkung seyn.Aber auch auf einer schmalen Breite kann diese Täuschung dadurch verstärkt werden,dafs die Mitte der Fläche durch aufgesetzte Gegenstände — wie hier die Basen — be-zeichnet wird, während die Ränder leer bleiben,
Vitruv nimmt nun die vordere Ansicht seines Tempels, wo er —— wenigstens imHinansteigen der Stufen — unfehlbar eine Aufsicht auf die obere Fläche des Säulen-stuhls bekommen nmfs, diV pr rlm- w^rsr.hierlenheit des Pilasters von dem Fufs-
boden der Seitengänge abgesondert ansieht; und findet da, dafs ihre leeren R ander nebenden Rasen sich zu heben , und folglich die ganze Fläche wie eine hohle Rinne scheint.Diesem fehlerhaften Schein will er dadurch abhelfen, dafs er die Fläche nach aussen hinallmählich senkt, und zwar nach einer gelinden Curva in entgegengesetzter Richtung mitder des optischen Scheins — die er dann durch einen Rifs zu verdeutlichen nöthig fin-det — und den gleichen Stand der Säulen wieder herzustellen, gebraucht er nun dieangegebenen Scamillen.
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Dafs es mit diesem wie mit den meisten perspektivischen Irrungen geht, die nur inden Augen der Kinder Statt haben, hat den Vitruv nirgends abgehalten auf dieselbenRücksicht zu nehmen. Einem geübtem Auge wird freylich eine gerade Linie so weniggebogen scheinen, als ein hoher Thurm überhangend, und das Hülfsmittel dagegenwürde es oft mehr in Irrung bringen als die Täuschung selbst. Allein Vitruv hält sichso gern bey dergleichen Bemerkungen auf, dafs man vielleicht daraus folgern könnte, ersey kurzsichtig (Myops ) gewesen. Zwar giebt es allerdings optische Wirkungen dieman in der Architektur nicht aus der Acht lassen darf; allein, wo sie auch zu beob-achten sind, wird es wohl immer mehr geschehen müssen um absichtlich das Arne zutäuschen, als um es zu berichtigen.
Ich stelle mir demnach vor, Vitruv wolle die Breite des Säulenstuhls vom Mittelan. und bis hinaus auf die äufserste Ausladung des Kranzes allmählich abschüfsig gemacht