Texeira.
Und Indien.
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Salem alecun / das ist : Friede sey mit dir!Diese Scrrays werden gestifftet/ von einigenansehnlichen Leuten/ aus einem wohlgemeintenEiffer/und zum Gedächtnis / damit Frembd-iinge und reisende Personen darinnen sich be-quem-und füglich / bey abgelegter Beschwehr-riisauf der Reise / aushalten / und ausruhenmögen. Nach desTerryBericht/findet mannichts in diesen Carawanseras / als eine Her-berg/worvor man nicht einen Heller auslegendarff- Mit Lebens -- Mitteln muß man sichselbst versehen/ und dieselbe mit sich bringen.Die meisten Lander sind genugsam Volkreich /«nd wohl bebauet.
Jndostan besitzet eine grosse Menge vonGold und Silber/ obgleich allda keine Gold-und Silber - Minen anzutreffen / sondern eswird alles von den Frembden dahin gebracht /welches dann nicht mebr von bannen kommet/eben als ob es in einen Abgrund fiele. Das ge-münzte Europäische oder Ausländische Geldwird geschmolzen/ und alsdann daraus wiederneue Münze geschlagen / und mit des MogolsStempftl gepraget.
Über dies/ so führen alle Schiffe / sowohldie Indianische selbst/ als Holländische/ Engli-sche und Portugiesische / welche alle Jahr vielHandels-Wahren ausHindostan nachPegu/Tanafferi / Siam/ Zeilan/ Achem/Makaffar/Maldwes und andern Orten bringen / vielGold und Silber wieder zurücke / nach Hindo-sian. Es bekommt auch Jndostan eine großeMenge Silbers von den Holländern / welchessie von Japan erlangen / und dahin bringen.Endlich kommt von allem Gold und Silber /das aus Holland/ Engelland und Portugal!dahin gesübret wird / nichts anders als Hau-dels-Waaren wieder zurück/derRest aber blei-bet / wie alles andere/ alldar.
Dargegen hat Jndostan Mangel anPfeffer / Kupfer / Nägelein / Muscaknüßen/Kamehl Bley/Tuch und andern Dingen/wel-che die Unserigen ihnen von Japan/den Mo-lukkiscben Jnsuln/ Zeilon und Europa zufüh-ren.Uber d,eß ist in Jndostan großer Mangelan vielen frischen Früchten / welche dahin vonSamarkand / Valk/ Bokara und Persien ge-bracht werden/ als Melonen/ Aepfel/Bir-nen/Trauben/Rosinen/welche man zu Delyden ganzenWinter durch/wiewohl sehr theuer/zu Kaufffindet. Dergleichen hat man allda/das ganze Jahr / von solchen Orten gedörrteFrüchte die Menge / als Mandeln/ Pistacien /Nüsse/ Pflaumen / Pfersmg/ Rosinen u. d. g.Allda werden auch gewisse Muscheln oderSee-Hörnlein eingebracht / welche bey denMaldivischen Inseln gefischet/und inBenga-laund andern Orten/ anstatt des kleinen Gel-des gebrauchet werden; ingleichen Ambragriesvon den gedachten Inseln und von Mosam-hique; wie auch Nashörner / Elephanten -Zahne / Sclaven ausMohrenland/Muskns /Porcelan/ Perlen/ samt vielen andern Din-gen.
Große Schiffe kommen von der StadtLahor/dem Strom Sendoder Smde herab/
mit unterschiedlichen Handels-Mahren bela -den / nemlich eine große Menge von allerhandZeugen/ Zucker/ Anil oder Indigo / Garnu. d. g. welche aus den Königreichen Lahor/
Multan/ Agra/Dely/Mandoa/ Sitroh/
Utrad und andern Orten geholet werden.
Wie iztberührter Texeira berichttt/so führren des Mogols Schiffe mehr Lasten / als dirEuropäischen/und können denen TürkischenGaleern verglichen werden / welche von Con-stantinopei nach Alexanderen fahren; wiewohlsie auch auf eins andere Manier zubereitet all-da gefunden werden. Die Steuer-oderBoots,
Leute bedienen sich keines Compaffes/ wann sieaus Indien nach Persien/ Baffora/Mocha /Mozambike / Mombas / Sumatra / -Makas-sar/ und an andere Oerrer fahren wollen / son-dern siegeln nach dem Nord-Stern/ und Äuf-und Untergang der Sonnen.
Vielerlei) und unterschiedliche Völker Unterschichtwerden im Gebiet des Grossen Mogols gefum KcheVviker.den. Die vornehmsten und meisten einheimi-schen Inwohner sind Heyden oder Götzendie-ner und Mohren / welche sonst auch / nach demMahomet / als Urheber ihrer Secte/ Maho-metanergenennet werden/wie auch Mogoüer/nach dem Tartarischen Stamm Mogol/ woc-von die Mogoüer ihren Ursprung haben;wiewohl nicht alle/ welche heutiges Tages denMogollrschen Namen führen / aus demStamm derTattarischenMogoller entsprossensind / sondern es werden auch diejenigen an-ezoMogoüer genennet / weiche Mahometaner/und weiß vom Angesicht sind / auch sich in desMogols Dienste begeben haben / ob siegreichaus der Türkey/Persicn und Arabien entspros-sen. Insgemein findet man allda wohl 100.
Heyden / ehe man einen Mahometaner an-trifft.
DieJnwohner vonJndostan insgemein/waren vor Alters Heyden / und wurden mit ei-nem allgemeinen Namen Hindoes oder Hin-dous/ und von den Unserigen Hindostaner ge-trennt.
DieJndostaner schneiden und sichreren allihr Haubt- Haar ganz kahl ab / und solcheszwar zum öfftern / ob man gleich ihre Kahlheitnicht siehet / weil ihre Häubter allezeitmitTulbänden bedecket sind / welche sie nie-mahls abziehen / gleichwie wir zu thun pflegen/wann wir einander grüßen. Das viele undmannigfaltige Scheeren machet unter ihnenguteBarbierer/ welche ausir ihren Scheelemund Schermeffern einen kleinen Werkzeug ge-brauchen / in der Lange eines kurzen Pfriemen/so sehr scharff ist / wormit sie die Nagel anHanden und Füssen abschneiden und reinigen.
Ein jeder Scheerer tragt allezeit einen rundenstahInernSpiegel bey sich/der ist ein wenig aus-geholet/und wird von ihnen sehr hell und sau-ber gehalten.
DiefeScheerer verändern zum öfftern imhin und hergehen ihre Spiegel/und zeigen siedenen Manns - Personen / welche unterdessenunbeweglich sitzen bleiben.
Die Handwerks-Leuke/ ob sie gleich vonS, Natur