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Asia, oder, Ausführliche Beschreibung des Reichs des Grossen Mogols und eines grossen Theils von Indien : an sich haltend die Landschafften Kandahar, Kabul, Multan, Haikan, Bukkar, Send oder Diu, Jesselmeer, Attak, Peniab, Kaximir, Jangapore, Dely, Mando, Malva, Chitor, Utrad, Zuratte oder Kambaye, Chandisch, Narvar, Gwaliar, Indostan, Sambat, Bakar, Nagrakat, Dekan und Visiapour : nebenst einer vollkommenen Vorstellung des Königreichs Persien, wie auch Georgien, Mengrelien, Cirkassien und anderer benachbarten Länder : zusamt deren verschiednen Namen, Grenzen, Städten, Gewächsen, Thieren, Sitten, Trachten, Regierung und Gottesdienst : durchgehends mit schönen Kupfern, als Landcharten und Abrissen der fürnemsten Städte, Trachten, Thieren und Gewächsen ... aussgezieret / zusammgetragen durch O. Dapper D., anitzo aber ins Hochteutsche getreulichst übersetzet von Johann Christoff Beern
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As Königreich oderdie Herrschafft Persien/ist/vonvielenZeitenher/unter diesem Nahmen beyden Griechen und Rö-mern / und noch heutigesTages fast unter allen Eu-ropäischenVölkern bekant/und wird vielleicht also nach dem GriechischenHelden Perseus / deß Jupiters und der Da-uere Sohn /genennet. DieJnnwohnerheis-sens Agem oder^Agiam/ oder Azem und Aze-mien: Und die Türken geben ihme den NamenAiem Vilager/oder Arem Memleket/ davonder Erste ein Land/und der Andere das König-reich Persien bemerket. Der rechte Nam aber/wie Texeira berichtet/ist Agem oderPars/undder Jnnwohner ihrer istParsy oderAgemy :Wiewol der Nahme Par^ oderPars inson-derheit/der Landschafft Persien eigenthümlichzustehet. Sonst werden dieKriegs-Leuteundder Adel Quizilbasci oder Khiselbassi genennet.Es wäre vor Alters ein über allemassen herr-lich-mrd berühmres Land und Königreich/undist zweyhunderk und dreissig Jahr der Sitz derzweyten Monarchie gewesen/ja so hoch gesiie-,. gen / daß auch (wie Brissonius saget) keines

' k jg der ganzen Welt ihm an Macht und Herr-lichkeit hat könnenvorgezogen werden. Dahe-ro man ihre Regenten die grossen Könige/jaKönige aller Konigen hat nennen müssen / wie. beym Plato/ Strabo/ Svetonius/und im B..."-ö-l-c- Esther zu lesen. Dieses Königreich hat seinevi,j Gränzen weit und breit gesetzet und sehr viel7Lz. volkreiche Provinzien unter seiner Botrmäsi^ ^ sigkeit gehabt: welches unter andern auch ausmc-r. dem sehr grossen Heer und Kriegs - Bereit-schafften/mit welchen desselben König Darmswider den Alexander zu Felde gezogen (davon,.'z Curtius Nachricht gibt) abzunehmen.

8 ,. r- ' Wie weit und breit vor Zeiten dieseskir,Reich sich erstrecket / ist bey den alten Schrei-bern / als dem Strabo / Bizarrus/ Und an-^klie.'i., dern zu lesen.

' Vor Alters begriffe Persien die meistenAsiatischen Lander nachOsten/einenTheil vonIndien / und EgYPtenland selbst / welches da-zumahls noch unter Asien gerechnet wurde;es hatte nemlich in der Lange vom Hellespont/bey den Ausflüssen deß Stroms Indus/sie-benhundert Teusche Meilen/und in derBreite/

von dem Pontus / biß an die Vorgebürge deßArabischen Meerschosses / sünffhundert: inwelchemBegriffviel Landschafften und König-reiche gefunden werden.

Von den» Fall der zweyten PersischenMonarchie an/welche 2 z v. Jahre/von der er-sten/durch den König Cyrusgeschehe-nen/Auf-richtung zu rechnen/gestanden/ist Persien sowol von Einheimischen als Ausländischer Po-tentaten Kriegen sehrgeschwächetworden/biß-weilen gar herunter und in schwehre Dienst-barkeit gerechten/auch so gar/daß sie von denArabern/ welche Persien überwältigten/befeh-lichet worden/ihren.Nahmen zuverläugnen/und sich hinfort nicht mehr Perser / sondernSaracenen zu nennen. Hernachmahls istPersien von den Tartarn bezwungen wor-den/ als erstlich unter den Chinguis Chans/und hernach unter dem Tamerlang. Nach die-ser Zeit hat gleichwohl dieses Land wiederzu fioriren begonnen / und seinen alten Glanzund Ruhm in den vorigen Denkzeiten durchdeß Jsmaels Soft Dapfferkeit wieder erlan-get; dergestalt / daß es heutiges Tages un-ter die mächtigsten Monarchien im ganzenMorgenland gerechnet wird.

Was die Weitläufigkeit und den Be-griff deß Persischen Gebiets betrifft/kan manhiervon nichts gewisses melden/wegen der ge-Weitlä«rff»wöniicheVeranderungen deßKriegs wider die t'gkeit.Türken u. Tartarn/ da die Persianer bald ver-rohren/ bald eine oder andere Landschafft ih-rem Königreich einverleibet.

Nach deß Olearius Bericht/der sich aufdie Persische Landcharten selbst beruftet / ge-höret (wann man die herumbgelegene denPer-sern unterworffne Landschafften und Provinzeals Glieder deß Persischen Reichs erkenet) al-les zumMrsischen Reiche/was von Nordennach Süden zwischen demCaspischen Meeru.dem Persischen Meer-Busem oder 8inu?sr-lico; von Osten nach Westen aber der Eufratoder Moratsu/ und die Gränzen Kandahar insich begreiffen. Ja es erstrecket sich noch an derWest-Seite deß Caspischen Meers/zur Helff-te desselben/an dem Armenischen Gebürge hin-auf ; nach Westen aber biß an den StromRuth Chane Kurkhan/ vorzeiten Oxus ge-nannt/aufdessen Norderseiten die Usbeken undBucharische Tartarn wohne/welchs zumTheilI auch dem König in Persien Tribut reichen.

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