As Königreich oderdie Herrschafft Persien/ist/vonvielenZeitenher/unter diesem Nahmen beyden Griechen und Rö-mern / und noch heutigesTages fast unter allen Eu-ropäischenVölkern bekant/und wird vielleicht also nach dem GriechischenHelden Perseus / deß Jupiters und der Da-uere Sohn /genennet. DieJnnwohnerheis-sens Agem oder^Agiam/ oder Azem und Aze-mien: Und die Türken geben ihme den NamenAiem Vilager/oder Arem Memleket/ davonder Erste ein Land/und der Andere das König-reich Persien bemerket. Der rechte Nam aber/wie Texeira berichtet/ist Agem oderPars/undder Jnnwohner ihrer istParsy oderAgemy :Wiewol der Nahme Par^ oderPars inson-derheit/der Landschafft Persien eigenthümlichzustehet. Sonst werden dieKriegs-Leuteundder Adel Quizilbasci oder Khiselbassi genennet.Es wäre vor Alters ein über allemassen herr-lich-mrd berühmres Land und Königreich/undist zweyhunderk und dreissig Jahr der Sitz derzweyten Monarchie gewesen/ja so hoch gesiie-,. gen / daß auch (wie Brissonius saget) keines
' k jg der ganzen Welt ihm an Macht und Herr-lichkeit hat könnenvorgezogen werden. Dahe-ro man ihre Regenten die grossen Könige/jaKönige aller Konigen hat nennen müssen / wie. beym Plato/ Strabo/ Svetonius/und im B..."-ö-l-c- Esther zu lesen. Dieses Königreich hat seinevi,j Gränzen weit und breit gesetzet und sehr viel7Lz. volkreiche Provinzien unter seiner Botrmäsi^ ^ sigkeit gehabt: welches unter andern auch ausmc-r. dem sehr grossen Heer und Kriegs - Bereit-schafften/mit welchen desselben König Darmswider den Alexander zu Felde gezogen (davon,.'z Curtius Nachricht gibt) abzunehmen.
8 ,. r- ' Wie weit und breit vor Zeiten dieseskir,Reich sich erstrecket / ist bey den alten Schrei-bern / als dem Strabo / Bizarrus/ Und an-^klie.'i., dern zu lesen.
' Vor Alters begriffe Persien die meistenAsiatischen Lander nachOsten/einenTheil vonIndien / und EgYPtenland selbst / welches da-zumahls noch unter Asien gerechnet wurde;es hatte nemlich in der Lange vom Hellespont/bey den Ausflüssen deß Stroms Indus/sie-benhundert Teusche Meilen/und in derBreite/
von dem Pontus / biß an die Vorgebürge deßArabischen Meerschosses / sünffhundert: inwelchemBegriffviel Landschafften und König-reiche gefunden werden.
Von den» Fall der zweyten PersischenMonarchie an/welche 2 z v. Jahre/von der er-sten/durch den König Cyrusgeschehe-nen/Auf-richtung zu rechnen/gestanden/ist Persien sowol von Einheimischen als Ausländischer Po-tentaten Kriegen sehrgeschwächetworden/biß-weilen gar herunter und in schwehre Dienst-barkeit gerechten/auch so gar/daß sie von denArabern/ welche Persien überwältigten/befeh-lichet worden/ihren.Nahmen zuverläugnen/und sich hinfort nicht mehr Perser / sondernSaracenen zu nennen. Hernachmahls istPersien von den Tartarn bezwungen wor-den/ als erstlich unter den Chinguis Chans/und hernach unter dem Tamerlang. Nach die-ser Zeit hat gleichwohl dieses Land wiederzu fioriren begonnen / und seinen alten Glanzund Ruhm in den vorigen Denkzeiten durchdeß Jsmaels Soft Dapfferkeit wieder erlan-get; dergestalt / daß es heutiges Tages un-ter die mächtigsten Monarchien im ganzenMorgenland gerechnet wird.
Was die Weitläufigkeit und den Be-griff deß Persischen Gebiets betrifft/kan manhiervon nichts gewisses melden/wegen der ge-Weitlä«rff»wöniicheVeranderungen deßKriegs wider die t'gkeit.Türken u. Tartarn/ da die Persianer bald ver-rohren/ bald eine oder andere Landschafft ih-rem Königreich einverleibet.
Nach deß Olearius Bericht/der sich aufdie Persische Landcharten selbst beruftet / ge-höret (wann man die herumbgelegene denPer-sern unterworffne Landschafften und Provinzeals Glieder deß Persischen Reichs erkenet) al-les zumMrsischen Reiche/was von Nordennach Süden zwischen demCaspischen Meeru.dem Persischen Meer-Busem oder 8inu?sr-lico; von Osten nach Westen aber der Eufratoder Moratsu/ und die Gränzen Kandahar insich begreiffen. Ja es erstrecket sich noch an derWest-Seite deß Caspischen Meers/zur Helff-te desselben/an dem Armenischen Gebürge hin-auf ; nach Westen aber biß an den StromRuth Chane Kurkhan/ vorzeiten Oxus ge-nannt/aufdessen Norderseiten die Usbeken undBucharische Tartarn wohne/welchs zumTheilI auch dem König in Persien Tribut reichen.
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