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Asia, oder, Ausführliche Beschreibung des Reichs des Grossen Mogols und eines grossen Theils von Indien : an sich haltend die Landschafften Kandahar, Kabul, Multan, Haikan, Bukkar, Send oder Diu, Jesselmeer, Attak, Peniab, Kaximir, Jangapore, Dely, Mando, Malva, Chitor, Utrad, Zuratte oder Kambaye, Chandisch, Narvar, Gwaliar, Indostan, Sambat, Bakar, Nagrakat, Dekan und Visiapour : nebenst einer vollkommenen Vorstellung des Königreichs Persien, wie auch Georgien, Mengrelien, Cirkassien und anderer benachbarten Länder : zusamt deren verschiednen Namen, Grenzen, Städten, Gewächsen, Thieren, Sitten, Trachten, Regierung und Gottesdienst : durchgehends mit schönen Kupfern, als Landcharten und Abrissen der fürnemsten Städte, Trachten, Thieren und Gewächsen ... aussgezieret / zusammgetragen durch O. Dapper D., anitzo aber ins Hochteutsche getreulichst übersetzet von Johann Christoff Beern
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die Herrschaffipecstetr.

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bey grossen Partheyen verkauften) und Acker-

bauen/ welcher meistenrheiis im Reiß-Zeuqenbestehet. Hierbey haben Männer und Wer,der ihre abgetheilte und gewisse Arbeit. DerMann pflüget mit einem Ochsen / und ma-chet die Hrsas oder Bette und Damme her-um: Die Weiber (welche / wann sie zur Ar-beit gehen/ ihre besten Kleider anziehen / undsich darinnen bey ihren Nachbarn sehen las-sen) müssen den Saamen auf den Köpfen zuAcker tragen. Der Mann wirfst den Saa-mm in die Erde rücklings gehend/sie müssendas Unkraut ausreuten. Er muß das Landbefeuchten und in der Erndte abschneiden / sieaber muß binden- Er schaffets nach Hause/sie muß dreschen / sichten / und er verkaufst es.Jeglicher hat seinen Acker bey seinem Hause.

Die Landschaft! Gilan ist von Natursehr vest und fast unüberwindlich. Dannindem sie mit hohen aneinander Hangendenfelsichten Bergen umgeben / so sind nichtmehr/ als vier Weege und engePaffe zu der-selben. Der Erste von Norden aus Mokan/durch die Landschaft! Lengerkunan; Der An-dere von Sudwest durch Pyle Rubar; DerDritte und Vierdte von Suden durch Ma-sanderan beyFerabarh/ undbeyAstarabath/durch Chorasan. Diese Weege oder Durch,

Meer steiget / am andern Ende aber imGebirge sich endet. Sehr leichrlich kommendie Kamehle durch diese Weege in Güan/die Menschen erber nicht wol anders / als znFuß; wiewol sich etliche auch zu Pferd überdas Gebürg wagen/ aber mit grosser Leibssund Lebens-Gefahr. Dannenhrro wann eineHand voll Volk an die Enge dieser Weegegestellet wird / so kan sie den Feind in grös-ser Anzahl aus die;em Lande halten.

Und damit auch niemand über das Ge-bürg steigen möchte / so ist / von der Sradtan/ eine ziemlich dicke Mauer durch das Ge-bürge bey so. Meilen biß an die KaspistheSee aufgeführet gewesen / und nur durchdie Stadt eine Pforte g lasten worden. Die-ses will auch der Name Derbend andcmen;dann der Heister eine Thür oder Pforre/ undBmd ein Band oder Riegel.

Wer auch diesen Ort und Gegend seihstin Augenschein nimmt/ de. muß sagen/daßDerbend denen/ so daselbst zu Lande in Per-sien wollen / die einige und zwar feste Thürsey / daß auch/ wann sie geschlossen / wederHund noch Katze (wie man zu reden pfleget)in Perstcn kommen kan. Diese Landschaffthat sich auch einiges Anstosses von derKasp^scheu C ee wenig zu befü-. chten/weil das seichte

gange / sind / wie Oleaüus berichtet / kortX < Wasser keine grosse Schiffe treibet. Nur die

OalstiL, oder Caspi'sche Pforten/ dererStra-bo / Plinius / Sölinus / Ptslemeus an die-sem Ort gedenken / oder können doch alsogenennet werden; Dann sie aus dem Persi-schen Reiche zur Caspischen See recht alsenge Pforten gehen. Da nicht wol zwey Pfer-de oder Kamehle neben einander / auch anetlichen Orten kaum eines nach dem andern/nicht ohne Gefahr/ durchgehen können / wiein der Beschreibung von Pyle Rubar gemel-det worden. Zu diesem konnte man auch diean der Kaspischen See gelegne Stadt Der-bend rechnen / weil daselbst auch ein engerDurchgang aus Tattarien in Persien ist;smtemahl das Untertheil der Stadt aus dem

Kosakken komm unterweilen mit ihren Schif-fen ans Land / und rauben / was sie finden. MiAvn»

Die meisten Einwohner in Kilan sindder Türkischen Religion zugethan / und folgender Lehre des Hanifa. Sie feyren das Festdes Aaly den rf.Jmner.

Kilan hat vor dieser Zeit ihre eigene.

Herren / und zwar Sieben / wietvol kleineKönige/ gehabt/ doch war ein jeder sein eignerHerr / und keinem andern unterworffen.

Noch etliche sind von derer Geschlechternübrig. Hemachmahls ist es vom SchachAdas / wenig Jahr vor seinem Tode / be-zwungen / und dem Reiche Persien unter-wurffig gemachst worden.

sre Sepde Mokan oder Mogan.

sEy Kilan liegt an der See ein ebnesckand/ welches durch etliche liess in der»Erden liegende kleine Bache beftuchti-get / deren Namhaffteste sind / Wem undButaru / mit Brücken beleget.

Die ganzeGegendunterm Gebürgevor derMokaner Heyde/ ist allenthalben sehr frucht-bar/ und mit vielen Dörffern bebauet / die allemit Königlichen Soldaten besetzet sind / undzwar unter einem Obersten / wider der Türke«Überfall; Dann der König hat ihnen dieseDörster zu ihrem Unterhalt gegeben/dadannicht allein die Bauren ihnen ein gewissesgeben / sondern sie haben auch selbst Landund Acker / welches sie bauen müssen. DasLand liegt niedrig / gegen Armenien undSchirwan gerechnet. Beym Eingang derMokanischen Heyde / liegt dasDorffEllies-du/ an medrigm fruchtbaren Hügeln.

Die Mokanische Heyde schätzet man nachder Länge über sechzig / nach der Breite aberauf zwanzig Meilen; grenzet gegen Südenan Kilan / gegen Westen an die Landschaft!und das Gebirge Betziruan.

Sie wird von den Türken Mindunluk/das ist/ looo-Schorstem oder Rauchlöcher/und von den Persern Mogan oder Mokangenennet. Dann es wohnen auf derselbenHeyde sehr vielerley Völker und Geschlech-ter / so zur Zeit Hossein / wider welchen ihreVorfahren unter dem Jeßd gestritten / da-hin zur Straffe gleichsam verbannet sind/und werden weder in Städten noch Dörf-fern/ sondern nur in Hütten / und sonst nir-gend zu wohnen gelitten. Man nennet sieSumek Rajeki/ theils / weil sie von Gebeinzu Gebein / als die elendeste Sclaven/ dem> König ewig unterworffen sind/ theils/ weit

ihnen