die Herrschaffipecstetr.
47
bey grossen Partheyen verkauften) und Acker-
bauen/ welcher meistenrheiis im Reiß-Zeuqenbestehet. Hierbey haben Männer und Wer,der ihre abgetheilte und gewisse Arbeit. DerMann pflüget mit einem Ochsen / und ma-chet die Hrsas oder Bette und Damme her-um: Die Weiber (welche / wann sie zur Ar-beit gehen/ ihre besten Kleider anziehen / undsich darinnen bey ihren Nachbarn sehen las-sen) müssen den Saamen auf den Köpfen zuAcker tragen. Der Mann wirfst den Saa-mm in die Erde rücklings gehend/sie müssendas Unkraut ausreuten. Er muß das Landbefeuchten und in der Erndte abschneiden / sieaber muß binden- Er schaffets nach Hause/sie muß dreschen / sichten / und er verkaufst es.Jeglicher hat seinen Acker bey seinem Hause.
Die Landschaft! Gilan ist von Natursehr vest und fast unüberwindlich. Dannindem sie mit hohen aneinander Hangendenfelsichten Bergen umgeben / so sind nichtmehr/ als vier Weege und engePaffe zu der-selben. Der Erste von Norden aus Mokan/durch die Landschaft! Lengerkunan; Der An-dere von Sudwest durch Pyle Rubar; DerDritte und Vierdte von Suden durch Ma-sanderan beyFerabarh/ undbeyAstarabath/durch Chorasan. Diese Weege oder Durch,
Meer steiget / am andern Ende aber imGebirge sich endet. Sehr leichrlich kommendie Kamehle durch diese Weege in Güan/die Menschen erber nicht wol anders / als znFuß; wiewol sich etliche auch zu Pferd überdas Gebürg wagen/ aber mit grosser Leibssund Lebens-Gefahr. Dannenhrro wann eineHand voll Volk an die Enge dieser Weegegestellet wird / so kan sie den Feind in grös-ser Anzahl aus die;em Lande halten.
Und damit auch niemand über das Ge-bürg steigen möchte / so ist / von der Sradtan/ eine ziemlich dicke Mauer durch das Ge-bürge bey so. Meilen biß an die KaspistheSee aufgeführet gewesen / und nur durchdie Stadt eine Pforte g lasten worden. Die-ses will auch der Name Derbend andcmen;dann der Heister eine Thür oder Pforre/ undBmd ein Band oder Riegel.
Wer auch diesen Ort und Gegend seihstin Augenschein nimmt/ de. muß sagen/daßDerbend denen/ so daselbst zu Lande in Per-sien wollen / die einige und zwar feste Thürsey / daß auch/ wann sie geschlossen / wederHund noch Katze (wie man zu reden pfleget)in Perstcn kommen kan. Diese Landschaffthat sich auch einiges Anstosses von derKasp^scheu C ee wenig zu befü-. chten/weil das seichte
gange / sind / wie Oleaüus berichtet / kortX < Wasser keine grosse Schiffe treibet. Nur die
OalstiL, oder Caspi'sche Pforten/ dererStra-bo / Plinius / Sölinus / Ptslemeus an die-sem Ort gedenken / oder können doch alsogenennet werden; Dann sie aus dem Persi-schen Reiche zur Caspischen See recht alsenge Pforten gehen. Da nicht wol zwey Pfer-de oder Kamehle neben einander / auch anetlichen Orten kaum eines nach dem andern/nicht ohne Gefahr/ durchgehen können / wiein der Beschreibung von Pyle Rubar gemel-det worden. Zu diesem konnte man auch diean der Kaspischen See gelegne Stadt Der-bend rechnen / weil daselbst auch ein engerDurchgang aus Tattarien in Persien ist;smtemahl das Untertheil der Stadt aus dem
Kosakken komm unterweilen mit ihren Schif-fen ans Land / und rauben / was sie finden. MiAvn»
Die meisten Einwohner in Kilan sindder Türkischen Religion zugethan / und folgender Lehre des Hanifa. Sie feyren das Festdes Aaly den rf.Jmner.
Kilan hat vor dieser Zeit ihre eigene.
Herren / und zwar Sieben / wietvol kleineKönige/ gehabt/ doch war ein jeder sein eignerHerr / und keinem andern unterworffen.
Noch etliche sind von derer Geschlechternübrig. Hemachmahls ist es vom SchachAdas / wenig Jahr vor seinem Tode / be-zwungen / und dem Reiche Persien unter-wurffig gemachst worden.
sre Sepde Mokan oder Mogan.
sEy Kilan liegt an der See ein ebnesckand/ welches durch etliche liess in der»Erden liegende kleine Bache beftuchti-get / deren Namhaffteste sind / Wem undButaru / mit Brücken beleget.
Die ganzeGegendunterm Gebürgevor derMokaner Heyde/ ist allenthalben sehr frucht-bar/ und mit vielen Dörffern bebauet / die allemit Königlichen Soldaten besetzet sind / undzwar unter einem Obersten / wider der Türke«Überfall; Dann der König hat ihnen dieseDörster zu ihrem Unterhalt gegeben/dadannicht allein die Bauren ihnen ein gewissesgeben / sondern sie haben auch selbst Landund Acker / welches sie bauen müssen. DasLand liegt niedrig / gegen Armenien undSchirwan gerechnet. Beym Eingang derMokanischen Heyde / liegt dasDorffEllies-du/ an medrigm fruchtbaren Hügeln.
Die Mokanische Heyde schätzet man nachder Länge über sechzig / nach der Breite aberauf zwanzig Meilen; grenzet gegen Südenan Kilan / gegen Westen an die Landschaft!und das Gebirge Betziruan.
Sie wird von den Türken Mindunluk/das ist/ looo-Schorstem oder Rauchlöcher/und von den Persern Mogan oder Mokangenennet. Dann es wohnen auf derselbenHeyde sehr vielerley Völker und Geschlech-ter / so zur Zeit Hossein / wider welchen ihreVorfahren unter dem Jeßd gestritten / da-hin zur Straffe gleichsam verbannet sind/und werden weder in Städten noch Dörf-fern/ sondern nur in Hütten / und sonst nir-gend zu wohnen gelitten. Man nennet sieSumek Rajeki/ theils / weil sie von Gebeinzu Gebein / als die elendeste Sclaven/ dem> König ewig unterworffen sind/ theils/ weit
ihnen