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Auf dem Maidan m Ispahan werden Ge-fechte von Stieren und Widdern wider nackteMenschen gehalten / und zwar gemeiniglichdes Sommers/ und des Nachts bey angezün-deten Fackeln/wegen der grossen Tages^Hitze.Frembden Gesandten zu Ehren werden auchoffrmahls Stier-undWidder-Gefechte ange-stellet.
In des Königs Palast/und bey dessen Pan-quetten/ ingleichen bey vornehmer Herren Ga-siereyen/danzen gemeiniglich jungeWeibsper-sonen. DieserDanz geschicht nach dem Thoneiner Diara/ oder runden Trommel/ so einennicht unangenehmen Schall von sich giebt.Sie gebrauchen unter demDanzen hierzu lan-ge Schlägel von Ebenholz oder Helffenbein/oder sonst hartem Holz / die sie Ciaharparanennen / welches so viel gesagt ist / als vierStücke / deren sie zwey in einer Hand halten/und zugleich daraufschlagen/welches dann ei-nen weiß nicht was für wunderlichen Thonmachet.
Allda ist auch ein ander Instrument ge-bräuchlich/ welches sie Seig nennen/ist vonMetall/ rund/und in der Mitte hohl; wird mitder einen Hand gehalten / und mit der anderndaraufgeschlagen.
Das gewöhnlichste und vornehmste Instru-ment ist eine runde Trommel/in der Form ei-nes Siebs / worinn die Becker ihr Meel sau-bern ; wiewol grösser / und rund umher mitkeinem so breiten Rand. Auf der einen Sei-ten ist es mit einer Haut überspannet/ eben wieeine Trommel / und am Rand fest gemachet/worauf die jenigen / welche diese Musik ver-stehen/ mit den Fingern schlagen/ so stark siekönnen. Die andere Seite ist offen und ohneHaut / dagegen aber am Rand mir vielenKupfernen Glöcklein behänget. Dieses In-strument ist in ganz Orient und in Perjien sehrgebräuchlich; ja es haben die Persianer an die-sem Thon einen dermaßen grossen Gefallen/baß derKönig selbst nicht leichtlich einPanquetanstellet / da er nicht eine Anzahl Danzerinnensollte vor sich kommen lassen / welche nach die-sem Instrument zu danzen pflegen.
Die Persianische Weise zu danzen ist nichtunangenehm / weil sie stets darzu singen undzugleich danzen: dann die Weiber pflegen dieReyhen zu führen / und lieblich darein zu fin-gen / welches den Frembden einen grossen Lusterwecket. Ihre Gesänge aber sind meisten-theils mit Fleiß hierzu gemachte Danz-Lieder/von welchen die jsnige/.so den Reyhen führet/jedesmahl allein ein Gesetz oder zwey singet/und zu Ende derselben der ganze Chor zugleichdie zwischen-Verse wiederholet.
Alle,Danze des Landes/welche von gemei-nen Danzerinnen gehalten werden/ sind nichtsanders / als unzüchtige Verstellungen / derensich auch die ärgste Hure in Europa schämenwürde. Welches dann die Ursach ist/ daß dasDanzen an diesen Orten für keine ehrlicheLeibs-übung gehalten/und die Adelichen (Ver-möge eines Mohometanischen Gesetzes) sol-ches niemahls in Gegenwart der Ausländer/sondern nur m ihrem Haus/aus Kurzweil und
DasRöm'grekch / oder
unter ihren Hausgenossen thun; da dann ihre
Danze ganz züchtig/ und ihnen anständig sind/wvrmil sie unterschiedliche Geschichten und.Begebenheiten vorstellen; als zum Exempeldie Abbildung einer Frauen in Geburrs-Noh-ten/ worinnen sie ihr Schreyen / Pein undSchmerzen lächerlich ausdrücken; einen be-trübten Tod eines unglückseligen Liebhabers:Einen Kauff oder Verkaufs in einem Kram-laden; von der Weise sich an und auszuklei-den/ und dergleichen Dingen / so nicht widerEhr und Zuchtlauffen. Ist also bey denMa-hometanern ei» unverbrüchlicher Gebrauch/daß Adeliche Weiber in öffentlichen Versam-lungen nimmermehr danzen/sondern nur dieHucen/die man zu diesem Ende darzu beruffenlasset / denen dann erlaubt ist/ sich / wie esihnen beliebet/ zu Geberden und anzustellen.
Fast alle Abend spielet man an des KönigsHofe/ nach dem Laut der Instrumenten / einSpiel mit einer hölzernen Kugel und Schlä-gel / worzu jederman kommen und zusehendarf.
DerKönig pflegt unterweilen selbst etliche/so es wol spielen / ob sie schon nur schlechte undgeringe Leute sind/darzu zu beruffen. DiesesSpiel geschieht zu Pferde/ auf diese Weise:Die Spieler theilen sich zu Pferd in zweenHaussen / und schlägt eine jede Parthey/ohneeinige Beobachtung der Ordnung / nochGleichheit der Schlage/seine Kugel so weit erkan/und bemühet sich/dieselbe über des Gegen-theils Ziel zu bringen / weilen alsdann dasSpiet gewonnen ist / also daß keiner den an«dern stößet oder schlaget / sondern sie pflegendie Kugel / so von leichtem Holz gedrehet ist/mit dem Hammer / wiewol nicht vornen beyder Spitzen / sondern zur Seiten/ so am läng-sten/und etwas krumm gebogen ist/ damit siedie Kugel desto besser fassen mögen / auf derErden fortzulreiben.Der hölzerne Hammer istgleichfalls sehr leicht / und vornen nicht mit Ei-sen beschlagen / den sie allein in der rechtenHand führen / und bestehet der Vortheil undGeschicklichkeit allein darinn/ wer der Kugelmit seinem Pferd am geschwindesten mehren«nen/ und dieselbe am ersten fortschlagen / oder/wann man solches nicht thun kan/ dem Gegen-theil solches verhindern könne; weiches alleseine grosse Hurtig und Geschwindigkeit bey-des des Pferds / als des Reuters erfordert.Auf solche Weise nun werden sowol die Reu-ter / als die Pferde / durch solche Kurzweil inallen nothwendigen Kriegs - Übungen abge-richtet. Die Spieler kommen in selzamenKleidern von mancherley Farben und köst-lichen mit Federbüschen geschmückten Tul«banden recht auf Soldatisch ausgezogen/ wel-ches alles mit Luft anzusehen ist.
Eine andere in Persien gebräuchliche Kurz-weil wird von dem gemeinen Mann zu Fuß/und nicht von den Edlen zu Pferd/gespielet/welche sie den Wolff nennen. Man bringt ei-nen lebendigen Wolff mitten auf diesen Platz/und lässt denselben los. Das Volk laufst ingrosser Menge um ihn herum / und schüttelnihre Mantel in die Höhe/ wordurch dann/ und
durch