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Glied gelähmten zu theil; wie zu sehen an demSchielenden ^L>ohn desKabade oderKobads/welcher deßwegen verworffen wurde/ ob ergleich ein tapferer und resoluter Herr gewesen.
Zu Ende der Persischen Herrschafft aberkan man nicht Vermög des Gesetzes zur Kro-ne/ sondern Vermöge der vornehmsten Stim-men / welche diese Würde dem jenigen zueig-neten/der vom Königlichen Geblüt herstam-mete.
Die natürlichen Söhne folgten ihren Vät-tern nicht in der Regierung / so lange ehlich-gebohrne vorhanden waren: unerachtet Da-rms der Unehliche/ vorJsogee/ den ehlichenSohn des Artaxerxes/ erwehlet worden.
Man erwehlie niemahls einen neuen Kö-nig / als bls der Alte mit todt abgegangen;wicwol Artaxerxes noch bey seinen Lebszntenden Darius zum König ernennte. Wann derKönig aus dem Reich reisete/ muste er/ Ver-möge der Reichs-Gesetze / einen Nachfolgerernennen.
Die Könige wurden zu Pasargadianern(diePasargadianer sind/ nach desHerodorusBericht die vortrefflichsten Persianer/wor-unter sich auch derStamm derAchemenidynerbefindet/ aus welchem die'Persianische Köni-ge entsprossen) von ihren Einheimischen Prie-stern mit grossem Pracht gemachet. Man be-gleitete sie in den Tempel einerKriegs-Götrin/aklwo sie ihre Kleider ablegten/ und die jenigenanzogen / welche Cyrus/als er noch eine Pri-vat Person wäre / getragen hatte. Hieraufäsen sie einen guten Theil Feigen / kaueten einwenig Terpetin / und trunken endlich saureMilch.
Es konnte ferner niemand Konrg werden/er wäre dann von den Magen oder Weisenunterwiesen worden / die dem König bey derOpferung beywohneten; Zumahlen sie unterDen Persianern das Ampt aller allgemeinenund sonderbaren Opfer bedienten; ja sie wa-ren so mächtig / daß sie diesem König der Kö-nige Befehl ertheilten.
Man setzte auf das Haubt des neuen Kö-niges eine Krone oder Haubtzierath / Cydarisgenannt/so vonPurpur war/mit einem blauenBand umwunden / und mit weisser Färbdurchwirket.
König Sapor trug auf seinem Haubt / anstatt einer Krön/ eine Haubtzierath / in Formeines Widders-Kopfsund mitEdelgesteinenversetzet. Sie trugen auch auf dem Haubtein Tiaram oder Tulband / eben wie die Ober-sten und Magistraten der Landschafften; wie-wol mit diesem Unterschied / daß der jenigeTulband / den die Könige trugen/gerad stun-de/ der andern ihrer aber hinterwerts gebogen.
Die Ehre / dem König die Krone auf dasHaubt zu setzen / stunde einer Obrigkeits-Per-son zu/ Surene genannt / welche die ZweytePerson nach dem Könige wäre.
Die Persischen Könige trugen einen langenTalar/der ihnen biß aufdie Fußfolen reichte/und mit Gold und Edelgesteinen / auch Bild-nissen allerhand Vögel und vierfüssiger Thie-re ausgezieret wäre. Sie trugen auch einen
Rock mit Ermeln/Kandis genannt/ der sowolan Färb als Kostbarkeit von der andern Per-sianer ihren unterschieden wäre / und aus Pur-pur bestünde. Es durfften auch überdiß dieUnterthanen niemand anders anrühren alsmit ihren in den Ermeln verborgnen Händen;der König aber hielte solche auser den Ermeln.Der Talar oder Rock der Königen / wäreauch / wie Xenofon berichtet / halb Purpur-farbig und halb weiß / und dorffte sonst nie-mand dergleichen tragen. Die Könige trugenauch lange Haare oder Locken / ausgezierteRöcke/ Gürtel / lange Strümpfe/wie sonstalle andere Persianer. Sie wurden als Göt-ter verehret. Welche zu ihnen naheten/beug-ten nicht allein das Haubt / sondern fielen auchaufdie platte Erde nieder / ja sie hielten imNiederbücken gemeiniglich die Hände aufdmRücken / und erwiesen ihnendiese Ehre auch soferne / als sie konnten gesehen werden. Undalso erzeigten sich auch die Frembde/ die konn-ten den König nicht eher zu sehen bekommen/bis sie ihn / auf Persische Weise / anzubetenversprachen. Sonst müssen sie andern zu ver-stehen geben/oder dasjenige Schrifftlich über-liefern/ was sie dem Konig anzudeuten hatten/der ihnen auchAntwortertheilte/ob er sie gleichnicht gesehen hatte.
Welche den König grüsseten/ die wünschtenihm ein ewiges Leben und Reich ; Er selbstaber zeigte sich dem Volk gar selten. Es warauch niemand ohne Königliche Vergunst zu-gelassen/ in den Palast zu gehen: Die GrossenHerren hielten sich am Thor auf/ und erwar-teten seines Befehls.
Der Königliche Sitz wäre von Gold/aufden sich sonst niemand setzen dorffte. Wannman dem König eine Jungfrau verehrte/sowäre es eine grosse Ubelthat/ wann man dieDecke aufhube / wormit der Dagsessel be-decket wäre; ingleichen ein Thier auf der Jagtzu verwunden / ehe der König mit seinem Pfeildarnach geschossen.
Man ssreuete auch Blumen auf die jenigenStrassen u.Weege/aufwelchen derKönig an-kame/und brennte höchsskostbare Rauchwerke.'Man feyerte Jährlich des Königs Geburts-Tag mit Opfergaben und andern Freuden-Bezeugungen/ als ein sonderbar - hohes Fest.Wann er starb/ so legte das ganze Reich funffTage die Trauer an; in welcher Zeit alle Ge-richts'-Häuser verschlossen blieben ; ja dasewige und heilige Feuer (wie es Diodor nen-net) wurde ausgelöschet/welches ein jeder inseinem Haus anbetete.
Es liebten auch die Persianer ihre Königsüber die mästen ; thaten grosse Gelübde undGeschenke vor ihre Erhaltung/ Heil und Wol-fahrt/ wann sich selbige aufdie Reise begaben.
Sie hatten keine gewisse Residenz/sondernhielten sich den Winter über in Babylon: desFrühlings zu Susa / Sommers zu Ekbatanaauf; und hatten über diese noch viel andereKönigliche Plätze / als Pasargades und Per-sepolis. Nachdeme aber die Parther dasPersische Reich innen hatten / so wäre dersel-ben Sitz zu Ctestfon.