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Asia, oder, Ausführliche Beschreibung des Reichs des Grossen Mogols und eines grossen Theils von Indien : an sich haltend die Landschafften Kandahar, Kabul, Multan, Haikan, Bukkar, Send oder Diu, Jesselmeer, Attak, Peniab, Kaximir, Jangapore, Dely, Mando, Malva, Chitor, Utrad, Zuratte oder Kambaye, Chandisch, Narvar, Gwaliar, Indostan, Sambat, Bakar, Nagrakat, Dekan und Visiapour : nebenst einer vollkommenen Vorstellung des Königreichs Persien, wie auch Georgien, Mengrelien, Cirkassien und anderer benachbarten Länder : zusamt deren verschiednen Namen, Grenzen, Städten, Gewächsen, Thieren, Sitten, Trachten, Regierung und Gottesdienst : durchgehends mit schönen Kupfern, als Landcharten und Abrissen der fürnemsten Städte, Trachten, Thieren und Gewächsen ... aussgezieret / zusammgetragen durch O. Dapper D., anitzo aber ins Hochteutsche getreulichst übersetzet von Johann Christoff Beern
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Die Landfchafft Gesrgkei.'

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Schwestern genommen und inumerschiedlichewsit-entlegneLandschafften verführet/ohne ei-nige Hoffnung / jemahls wieder zusam zu kom-men. Manns-undWeibs-Personen wurdenbey und in dieser Begebenheit in grosser Men-ge verkauffet / ja man bekam sie um einen weitgeringern Preiß als die Thiere zu kauff.

Nachdem Teimuras viel Tage in demLandeines andern Georgiers flüchtig umher ge-scbwärmet hatte / begab er sich endlich in dieTürkey / allwo er etliche Jahre sichaufhielte/ünd das Regiment über die Stadt Kognisamt einem Stück Landes von Kappadociaüberkäme / allwo sich meisientheils GriechischeChristen aufhielten/underselbst eineZeitlangsich enthalten hatte.

Von derZeit an/trachteteTeimuras sich andem König in Persien zu rächen/ und wieder insein Land zu kehren / wie er dann nach lachemAnhalten/^.l 6 i 8 - ein mächtigHeer vonTür-ken und Tartern auf dieBein brachte.So hat-te er auch vor sich selbst seine Kriegs-Truppen/welche meisientheils vom Georgischen Adel be-stunden/der sich auf seine Seite begeben hatte;Item noch sehr viel andere / die ihme jederzeitmit grossem Eifer in allem seinem Unglück undwiderwärtigem Zustand getreu verbliebenwaren. Diese von Adel führten auch ihre Ge-mahlinnen / gewaffnet zu Pferd sitzend mitsich/ welche/nebenst ihren Eheherren / diesemFürsten zu Ehren / sich trefflicher Thatenunterfiengen.

Es zog aber Teimuras weit tieffer in Per-sien / als jemahls einig anders TürkischesKriegs-Heer sich wagen dorffte/ und kam erendlich fast gar bis an die Stadt Ardebil.

Diese Smdt/ weil sie von den Persianernvor einen heiligen Ort wegen der Begräb-nissen ihres vornehmsten Heiligen ScheichSofi / und des heut zu Tage RegierendenHauses / trachtete Teimuras gänzlich zu zer-stören/ und also wegen der verwüsteten Kir-chen in Georgien Rache,zu üben.

Die Sache wäre Türkischer Seits alsoangestellet / indem Teimuras sich also erzeigte/so sollte der Serdar oder Feldherr Aly Bassamit einem andern Heer von z 22002. Mannsowol Türken als Tartern von einer andernSeite dem König in Persien zu thun geben.Er hatte von dem Grossen Herrn den ernst-lichen Befehl erhalten / Ardebil in seineHän-de zu bekommen / den Teimuras Chan undDellu Melik wieder in ihre Herrschassten ein-zusetzen / indem bequemen Platz Karabag zuüberwinden / die Landschafft Scervan wie-der zu erobern / und dir Haubtstadt Scha-machie einzunehmen und mit Guarnisonenzu versehen.

Dieser Zweyte war ein Melik oder Arme-nischer Herr/und vor diesem einChrist/hernachaber ein Renegat und Lehenmann des Kö-nigs in Persien / wider den er sich empörete;dann der König hatte ihme befohlen/alle Ar-menische Christen nach Ferhabad zu führen.Dieser dagegen brachte sie nach Georgien/allwo er sich mit Teimuras Chan conjungir-te / und sich beyde unter den Schutz der Tür-

aben; » also Melikein strenger Feind

nigs wn Persien wurde/und selbst ineigner Persin in dieser lezten Schlacht sichbefände. Man nennte ihnDellu Melik / dasist!/ den Sinnlosen Melik / weil er sehr eigen-sinnig mw/ und offtmahls nur mit dem Kö-nig m Persien sein Gespött triebe.

Mittlerweile kamen in das Türkische Lagerzween Kapigi des GrossenHerrn in grosser Eilvon Constantinopel zum Serdar oder Feld-Herm der Türken / welche ihme anzeigten / ersollte sich auf das schleunigste mit dem Persia-ner vertragen/und alsobald wieder nach Con-stantinopel umkehren / zumahlen die Euro-päer ihn an andern Orten überzogen hätten.

Wurde also diese grosse Zurüstung der Tür-ken dazumahl zu nicht/ mit grossem Verlustvieles Volks / und kehrten die Persianer wie-derum sieghafftig zurücke.

Teimuras zog auch wieder in sein Land /welches er von dem Türken zu regieren über-kommen hatte. Die obgemeldte Fürstin oderKönigin Ketevgn / des Teimuras Mutter/be-kame zu Sciras eine ehrliche Unterhaltung/und bliebe mit allen den Ihrigen (zumahlen sieviel Manns-und Weibs-Personen zu ihrenDiensten hatte) siandhafflig beym Römisch-Catholischen Glauben/ den sie/ so viel sie wustsund konnte / mit grossem Eifer unterhielte.Sie hatte jederzeit eine Kapelle voller Bilderund kostbarer Gefäse / Bücher und Meßge-wänder bey ihr / die sie mit andächtiger Ehrer-bietigkeit verwahrte; Sie hielte aber keinenPriester oder Geistlichen von den Ihrigenhierzu tüchtig; dann den jenigen / der zuvorum und bey ihr wäre / und einig GeistlichAmpt bekleidete/ hatten die Mahometaner/weil er ein guter Christ wäre / zu Scirasverbrennet.

Die gemeldten zween Fürsten / Levan undAlexander / ihre Enkel / wurden jederzeit vonihrerGegenwart entfernet/also daß sie dieselbe/als ihre Großmutter / niemahls zu sehen beka-men / wiewol sie in einer Stadt waren/ damitnemlich die Großmutter diese ihre beede Enkelnicht möchte von derMahsmetanischenSecte/worinnen sie der König unterweisen liesse/ab-wendig machen.

In dem gedachten Jahr/als derFürst Luar-sab in der Gefängnis getödtet wurde / liesseder König diese beede Fürsten / der Großmut-ter unwissend/ verschneiden / und that ihnenim übrigen nichts/zumahlen er nicht gesonnenwäre / sie tödten zu lassen. Dieß ist zwar einesolche That / welche von uns vor grausam undunmenschlich gehalten wird; Bey den Bar-baren aber/ in Ansehen des kstionis 8 tatus,aufviel Weis und Weege zugelassen ist.

Diese Kinder liessen ihren Unwillen wegendieses Unfalls genugsam mit Worten verspü-ren : Sind wir dann / sagten sie / schuldig anunsers Vatters Mißhandlungen / die er viel-leicht wider den König mag begangen haben?Allein alles Reden und Entschuldigen wärevergeblich und umsonst/ und konnte sie nichtsvon diesem ihrem Unglück befreyen. Dieses