Die Landfchafft Gesrgkei.'
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Schwestern genommen und inumerschiedlichewsit-entlegneLandschafften verführet/ohne ei-nige Hoffnung / jemahls wieder zusam zu kom-men. Manns-undWeibs-Personen wurdenbey und in dieser Begebenheit in grosser Men-ge verkauffet / ja man bekam sie um einen weitgeringern Preiß als die Thiere zu kauff.
Nachdem Teimuras viel Tage in demLandeines andern Georgiers flüchtig umher ge-scbwärmet hatte / begab er sich endlich in dieTürkey / allwo er etliche Jahre sichaufhielte/ünd das Regiment über die Stadt Kognisamt einem Stück Landes von Kappadociaüberkäme / allwo sich meisientheils GriechischeChristen aufhielten/underselbst eineZeitlangsich enthalten hatte.
Von derZeit an/trachteteTeimuras sich andem König in Persien zu rächen/ und wieder insein Land zu kehren / wie er dann nach lachemAnhalten/^.l 6 i 8 - ein mächtigHeer vonTür-ken und Tartern auf dieBein brachte.So hat-te er auch vor sich selbst seine Kriegs-Truppen/welche meisientheils vom Georgischen Adel be-stunden/der sich auf seine Seite begeben hatte;Item noch sehr viel andere / die ihme jederzeitmit grossem Eifer in allem seinem Unglück undwiderwärtigem Zustand getreu verbliebenwaren. Diese von Adel führten auch ihre Ge-mahlinnen / gewaffnet zu Pferd sitzend mitsich/ welche/nebenst ihren Eheherren / diesemFürsten zu Ehren / sich trefflicher Thatenunterfiengen.
Es zog aber Teimuras weit tieffer in Per-sien / als jemahls einig anders TürkischesKriegs-Heer sich wagen dorffte/ und kam erendlich fast gar bis an die Stadt Ardebil.
Diese Smdt/ weil sie von den Persianernvor einen heiligen Ort wegen der Begräb-nissen ihres vornehmsten Heiligen ScheichSofi / und des heut zu Tage RegierendenHauses / trachtete Teimuras gänzlich zu zer-stören/ und also wegen der verwüsteten Kir-chen in Georgien Rache,zu üben.
Die Sache wäre Türkischer Seits alsoangestellet / indem Teimuras sich also erzeigte/so sollte der Serdar oder Feldherr Aly Bassamit einem andern Heer von z 22002. Mannsowol Türken als Tartern von einer andernSeite dem König in Persien zu thun geben.Er hatte von dem Grossen Herrn den ernst-lichen Befehl erhalten / Ardebil in seineHän-de zu bekommen / den Teimuras Chan undDellu Melik wieder in ihre Herrschassten ein-zusetzen / indem bequemen Platz Karabag zuüberwinden / die Landschafft Scervan wie-der zu erobern / und dir Haubtstadt Scha-machie einzunehmen und mit Guarnisonenzu versehen.
Dieser Zweyte war ein Melik oder Arme-nischer Herr/und vor diesem einChrist/hernachaber ein Renegat und Lehenmann des Kö-nigs in Persien / wider den er sich empörete;dann der König hatte ihme befohlen/alle Ar-menische Christen nach Ferhabad zu führen.Dieser dagegen brachte sie nach Georgien/allwo er sich mit Teimuras Chan conjungir-te / und sich beyde unter den Schutz der Tür-
aben; »aß also Melikein strenger Feind
nigs wn Persien wurde/und selbst ineigner Persin in dieser lezten Schlacht sichbefände. Man nennte ihnDellu Melik / dasist!/ den Sinnlosen Melik / weil er sehr eigen-sinnig mw/ und offtmahls nur mit dem Kö-nig m Persien sein Gespött triebe.
Mittlerweile kamen in das Türkische Lagerzween Kapigi des GrossenHerrn in grosser Eilvon Constantinopel zum Serdar oder Feld-Herm der Türken / welche ihme anzeigten / ersollte sich auf das schleunigste mit dem Persia-ner vertragen/und alsobald wieder nach Con-stantinopel umkehren / zumahlen die Euro-päer ihn an andern Orten überzogen hätten.
Wurde also diese grosse Zurüstung der Tür-ken dazumahl zu nicht/ mit grossem Verlustvieles Volks / und kehrten die Persianer wie-derum sieghafftig zurücke.
Teimuras zog auch wieder in sein Land /welches er von dem Türken zu regieren über-kommen hatte. Die obgemeldte Fürstin oderKönigin Ketevgn / des Teimuras Mutter/be-kame zu Sciras eine ehrliche Unterhaltung/und bliebe mit allen den Ihrigen (zumahlen sieviel Manns-und Weibs-Personen zu ihrenDiensten hatte) siandhafflig beym Römisch-Catholischen Glauben/ den sie/ so viel sie wustsund konnte / mit grossem Eifer unterhielte.Sie hatte jederzeit eine Kapelle voller Bilderund kostbarer Gefäse / Bücher und Meßge-wänder bey ihr / die sie mit andächtiger Ehrer-bietigkeit verwahrte; Sie hielte aber keinenPriester oder Geistlichen von den Ihrigenhierzu tüchtig; dann den jenigen / der zuvorum und bey ihr wäre / und einig GeistlichAmpt bekleidete/ hatten die Mahometaner/weil er ein guter Christ wäre / zu Scirasverbrennet.
Die gemeldten zween Fürsten / Levan undAlexander / ihre Enkel / wurden jederzeit vonihrerGegenwart entfernet/also daß sie dieselbe/als ihre Großmutter / niemahls zu sehen beka-men / wiewol sie in einer Stadt waren/ damitnemlich die Großmutter diese ihre beede Enkelnicht möchte von derMahsmetanischenSecte/worinnen sie der König unterweisen liesse/ab-wendig machen.
In dem gedachten Jahr/als derFürst Luar-sab in der Gefängnis getödtet wurde / liesseder König diese beede Fürsten / der Großmut-ter unwissend/ verschneiden / und that ihnenim übrigen nichts/zumahlen er nicht gesonnenwäre / sie tödten zu lassen. Dieß ist zwar einesolche That / welche von uns vor grausam undunmenschlich gehalten wird; Bey den Bar-baren aber/ in Ansehen des kstionis 8 tatus,aufviel Weis und Weege zugelassen ist.
Diese Kinder liessen ihren Unwillen wegendieses Unfalls genugsam mit Worten verspü-ren : Sind wir dann / sagten sie / schuldig anunsers Vatters Mißhandlungen / die er viel-leicht wider den König mag begangen haben?Allein alles Reden und Entschuldigen wärevergeblich und umsonst/ und konnte sie nichtsvon diesem ihrem Unglück befreyen. Dieses