und des Kaiserreichs.
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^ weissagte den Untergang des französischen Heeres und verhieß, er werde
^ zur Rettung der den Russen so heiligen uralten Hauptstadt noch eine
^ Schlacht liefern. Durch solche Prahlereien hielt der schlaue Feldherr
den Muth der Russen aufrecht, wiewohl er nichtsweniger als an einezweite Schlacht dachte. Er hatte die bei Borodino nicht geliefert, würde! er dazu nicht durch den Willen des Hofes, durch das Verlangen des
! Heeres und durch die Stimme von ganz Rußland gezwungen worden
! sein. Denn wozu die Schlacht? Kutusow wußte, welchen ungeheu-
ren Abgang das französische Heer erlitten hatte, und daß dieser Abgangfortwährend noch zunehmen müsse. Es war daher angemessen, die ei-genen Truppen so sehr als möglich zu schonen, um, wenn Napoleon,wie doch nicht mehr zu hindern war, nach Moskau kam, mindestenseben so stark zu sein, als er, und spater, weil er nicht so leicht undnicht so bald wie die Russen Verstärkungen erhalten konnte, ihn anTruppenzahl weit überlegen zu werden.
Auf dem Rückzüge der Russen von Borodino nach Moskau sie-len täglich Nachhutsgefechte vor. Am 14. September zog die russischeArmee, 70,000 Mann stark, durch Moskau, nachdem'ihr durch einAbkommen, welches Miloradowitsch mit Sebastian! getroffenhatte, einige Stunden Zeit zur völligen Räumung der Stadt bewilligt! worden waren. Denselben Tag zog die Spitze der französischen Armee inder alten Hauptstadt der Czaren ein. Diese Armee war noch 90,000^ Mann stark. Mithin hatten die Russen von Smolensk her 50,000
i Mann, die französische Hauptmacht aber zwei Drittel ihrer ursprüngli-
! chen Stärke eingebüßt.
Die Franzosen hatten Moskau als das Ziel aller ihrer Hoffnungenbetrachtet, wo sie nicht nur Frieden schließen, sondern sich von ihrenausgestandenen Beschwerden ausruhen und Alles im Ueberflusse finden! würden. Sie wurden grausam getäuscht, sie fanden eine verlassene
^ Stadt, in welcher nur die Hefe des Pöbels zurückgeblieben war. Der
! Brand von Moskau, eines der außerordentlichsten Ereignisse, welches
! die Geschichte kennt, machte alle jene Hoffnungen der Franzosen und
! ihres Kaisers zu nichte. Napoleon mußte den Kreml, die französi-! sche Armee die Stadt verlassen, in welcher die Flammen unbeschränkte