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Heimfahrt von Jerusalem : Hans Stockar's von Schaffhausen Pilgers zum heiligen Grabe im Jahr des Heils 1519 und Tagebuch von 1520 bis 1529 : mit einem erklärenden Wortregister und Anmerkungen : nebst zehen Briefen des Hauptmanns Ulrich Harder von 1524 und 1525, und Auszügen aus den heiligen Leben von 1475 / Hans Stockart
Entstehung
Seite
219
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Von der edlen Kungln nnd Jnnckfrawenfand Katherina.

IH was cyn edler, reyclier häng yn Clpperenland inder inselen in einer stet, dy hyesz solomina, der hyesz Costis,der lictt eyn toqliter dye hyesz Katherina, nnd die was zu-mal weilz und schön und keusch und tugentlich. Und dasie bey sechs iaren waz , da liesz man sie' zu schul gen , dalernet sie gar wol, und da sie lclug ward yn der liunlt, dasward sy gar volkummen darin, dz man iren glcychcn niedertfand, unud man hiesz sie ein bewerte Meisterinn in denfilmn höchsten häuften. Da sie dreizehn Jahre alt war/berief Kaiser MaxcntiuS ihren Vater nach Alcxandria; derKönig gehorchte/ begab sich mit Weib und Kind dahin/ bliebeinige Zeit bei dem Kaiser / kam reich beschenkt zurück/ wardsiech und starb. Oft dachte der Kaiser an Katherina / dazsie alsz schön , edel und reich was und bat die llünigin, dassie ir tochter feinem Tun czu der ce geb. Die Mutter sagtees der Tochter/ und forderte sie auf/ dem Kaiser zu ent-sprechen. 11a lach Katherina yn eynen fpiegel, und da siefach, dalz ly als äberfläsl'vgliehcn schön was, da sprach sie :»ich sich wol , das ich schöner bin , dann all iundisrawcn»in Alles andria , davon wil ich lieynen mann nemen , er hab»den vyer ding an im, das er als edel, und als weysz und»als reich sey alz sich. Die vy er ding lind ich an des lieisers»Tun nicht. Er forteilst mich an dem adcll; so fürtrilF ich»mann der schöne und an weiszheit.« Die Mutter/ betrübtüber diese Antwort/ und besorgt/ sie möchte des Kaisers' Zornwecken / befragte den Ein fidel yn dem walt. 11a saget er irliänlTtige ding , dy von der genad des heiligen geystes er wolbekennet; auch daz gott befunder gnad mit fand katherinawolt wiircken. 11a saget sie im das sie keinen mann wolt,er wer dann begabt mit den vier gabenn: schöne, weyszhayt,reich turn und edes. Da sprach der Einfiele!: »wiltu gelauhen»an unseren herren Ihesum Cristum und wilt im mitfleysz dic-»nen , und wärst getaufst, so gewinnest du einen erwirdi-gen gcmahel , der hat die vier gaben überfliissihlichen an im.»Er ist der aller weysest, wann er hat den liymcll und die»erden mit feyner wcyszheit gcschöpfst. Er ist auch der allerwedelst, wann er ist der obrislen lüinigs Sun und ist ewig»nnd unlöllich. Er ist auch der allerschönst, wan die sunn»und der mon wunderen ab seiner schön. Er ist auch der»allerreichest, wan waz in hymcl und yn erde beschlossen»ist, des ist er eyn gewaltiger herr und gott; denselben