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Was Johannes Müller wesentlich war und uns ferner seyn müsse : eine Vorlesung, gehalten am Gedächtnisstage seines Hingangs am 29. Mai 1810, im grossen akademischen Saale zu Aschaffenburg / von C. J. Windischmann, Grossherzogl. Hofmedikus und Professor
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Nachgelassen, ihnen wohl zu wollen. Nichts war Müllernschmerzlicher, als wo es ihm unmöglich blieb, zu helfen,Wie ich dieses durch mehrere rührende Klagen seines Her-zens über die Hemmungen *dcr Freundschaft in diesen Zei-ten erweisen könnte. Hierüber hat er oft sich selbst ver-gessen , und sein wehmuthsvolles Testament dient uns zumneuen Zeugniß, wie manche zum Wohl der Menschen rastlosarbeitende Männer ordentlich dazu bestimmt scheinen, daßdie Arbeit ihres Lebens ohne Anerkennen bleibe. Man ge-braucht sie, benüzt dieses oder jener ihrer Talente, vonihrem innern wesentlichen Gehalt ist keine Ahndung.Lhngcacht dessen hat Müller aus seinem Vermögen Dielengrosse Wohlthaten erwiesen; einige haben es ihm gedankt,manchen wird noch zu seiner Zeit das Gewissen sagen, wieschlecht sie ihm vergolten. Er selbst begnügte sich für das,was ihn die größten Anstrengungen gekostet, mit Wenigem,oft ganz Unvcrhältnißmäßigem, und die Uneigennntzigkeitwar keine der geringsten Tugenden seines wohlwollendenGemüthe.

So war Müller, am meisten auf ein einziges Ziel ge-richtet, aber offen für olles Gute, alles und jedes , auchwas zu den Seiten stand, achtend, je nachdem es seineminnersten Streben freien Raum ließ, oder dasselbe drängte.In diesem Ernst der Verfolgung seines Ziels konnte er sichkeine Dersäumniß vergeben; hieran gewöhnt, sezte er bei