Viertes Kapitel.
Bei der Großmutter.
Am anderen Morgen kam wieder die helle Sonne, und dannkam der Peter mit Neu Geißen, und wieder zogen sie alle mitein-ander nach der Weide hinauf, und so ging es Tag für Tag, undHeidi wurde bei diesem Weideleben ganz gebräunt und so kräftigund gesund, daß ihm gar nie etwas fehlte, und so froh und glücklichlebte Heidi von einem Tage zum anderen, wie nur die lustigenVögelein leben auf allen Bäumen im grünen Wald. Wie es nunHerbst wurde und der Wind lauter zu sausen anfing über die Bergehin, dann sagte etwa der Großvater: „Heut bleibst du da, Heidi;ein Kleines, wie du bist, kann der Wind mit einem Ruck über alleFelsen ins Tal hinabwehen."
Wenn aber das am Morgen der Peter vernahm, sah er sehr unglück-lich aus, denn er sah lauter Mißgeschick vor sich; einmal wußte ervor Langeweile nun gar nichts mehr anzufangen, wenn Heidi nichtbei ihm war; dann kam er um sein reichliches Mittagsmahl, unddann waren die Geißen so störrig an diesen Tagen, daß er diedoppelte Mühe mit ihnen hatte; denn die waren nun auch so anHeidis Gesellschaft gewöhnt, daß sie nicht vorwärts wollten, wennes nicht dabei war, und auf alle Seiten rannten. Heidi wurdeniemals unglücklich, denn es sah immer irgend etwas Erfreulichesvor sich. Am liebsten ging es schon mit Hirt und Geißen auf dieWeide zu den Blumen und zum Raubvogel hinauf, wo so mannig-
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