H. Angst — Gründungs-Geschichte.
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Nachdem so eine würdige Vertretung zweier der wichtigsten Zweige alt-schweizerischer Kunsttätigkeit, der Keramik und Glasmalerei, gesichert war, konnteder weitern Entwicklung der Dinge mit mehr Ruhe entgegengesehen werden. Von denbedeutendsten öffentlichen Altertums-Sammlungen der deutschen Schweiz war nichtserhältlich; auch die meisten Museen der kleineren Städte verhielten sich ablehnend.Dagegen war die Beteiligung von Genf eine überraschend starke, und namentlicherfreute sich das Unternehmen der Sympathien einer Reihe katholischer Korporationen,Klöster, Stifte und Kapitel in verschiedenen Teilen der Schweiz .
Der Erfolg der Ausstellung war geeignet, die Veranstalter für die grosse Mühe,Sorge und Arbeit, die sie damit gehabt hatten, zu entschädigen. Jetzt konnte sich dasPublikum mit eigenen Augen davon überzeugen, auf welch’ hoher Stufe das Kunst-gewerbe einst bei uns angelangt war. Die Abteilung «Alte Kunst» des Ausstellungs-pavillons bei der Tonhalle war trotz des Extra-Eintrittspreises beständig mit Besuchernangefüllt, die sich an dem bisher in solcher Konzentration nirgends gebotenen Anblickfarbenglühender Scheiben, bemalter Winterthurer Oefen, funkelnden Silbergeschirrsund gediegener Möbel weiden konnten; auch eine vollständige Zimmereinrichtung vomJahre 1656, aus Zürich selbst stammend, hatte das Komite aufgestellt; es war dies derVorläufer der alten Interieurs, wie sie jetzt den Glanzpunkt des Landesmuseums bilden.
Unter dem Eindrücke der Ausstellung und während derselben hielt Prof. Vögelinam 9. Juli 1883 im Nationalrat jene glänzende Rede über die Errichtung einesschweizerischen Nationalmuseums, in welcher er erst den erhebenden Einfluss desnationalen Gedankens schilderte, wie er gewaltig, doch mit kurzem Flügelrauschenan den grossen Festen des Schweizervolkes hervortritt, und dann ausrief: «Aber esgibt Formen, in welchen der nationale Gedanke seinen unvergänglichen und monu-mentalen Ausdruck gefunden hat. Das sind die geschichtlichen Denkmäler eines Volkes ,die lebendiger als alles andere Zeugnis ablegen von seinem Wollen und Können, vonseinen Taten und Geschicken, von seinen Hoffnungen und Idealen». Vögelin schlossseine packende Rede mit folgender Aufforderung:
«Meine Herren! Was ein solches kunstgewerbliches Museum dem Lande bietenkönnte, das haben Sie in den letzten Tagen beim Besuch der Kunstausstellung inZürich gesehen. Wohl nicht ohne Ueberraschung haben Sie wahrgenommen, wiemannigfaltige Techniken unsere Vorfahren handhabten, wie Vorzügliches sie in allen,in der Keramik, in der Textilkunst, in der Metalltechnik, im Buchdruck und vor allemin der Glasmalerei leisteten. Da ist doch wohl über Sie das Gefühl gekommen, hierliege ein Stück nationalen Reichtums vor, den zu schützen, dem Lande zu erhalten,Pflicht der Behörden sei. Und es ist die letzte Stunde, wenn noch etwas geschehen soll!Schamloser, zudringlicher ist die Plünderung der Schweiz durch ausländische undinländische, getaufte und beschnittene Antiquare noch niemals betrieben worden alsjetzt. Lassen Sie abermals zwanzig Jahre Vorbeigehen und Sie werden nur noch völligabgeweideten Boden finden /
Meine Herren! Ich hoffe ein Besseres von Ihrem Patriotismus und Ihrer Ein-sicht. Ich hoffe, Sie ergreifen die Gelegenheit und schaffen ein Werk, das der Ver-