Von
J. R. Rahn.
A
ls im Jahre 1881 die weiland Bürki’sche Sammlung unter den Hammer kam, hatein kunstsinniger Edelmann eine Anzahl spätgotischer Friese erworben. Siehatten bis 1878 die Zimmerdecke eines Hauses an der unteren Junkerngassein Bern geschmückt, brave Arbeiten, die zudem in ihrem ursprünglichen Farbenschmuckeerhalten waren. Neuntausend Franken betrug der Breis, um den sie der neue Besitzererwarb ').
Was mochte ihn zu einem solchen Opfer bewogen haben? Gefallen am Werkund wohl auch der Gedanke, dass es ein seltenes sei. Diese Zierden reihen sich in derTat dem Besten ihrer Gattung an; aber Raritäten sind sie darum noch nicht. EineUmschau hätte gezeigt, dass es solcherlei noch viel und Gutes gibt.
Diese Proben belegen eine Kunst, die in kirchlichem und weltlichem Dienste, anBau und Hausrat verwendet worden ist und manchem Meister Ehre machte. Sie hatin der Schweiz eine grosse Vertretung gefunden, kann aber doch nicht als eine spezifischnationale gelten. Sie ist insbesondere im Tyrol vertreten 2 ) und auch in Norddeutschland