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J. Zemp — Die Backsteine von S. Urban.
Frienisberg und Fraubrunnen zu erreichen. Im Süden ist Grossdietwil , im Norden undOsten Kirchberg bei Aarau der äusserste Punkt 1 ).
Die Fundstellen sondern sich in vier Gruppen. Eine erste umfasst die cister-ziensischen Klöster Frienisberg, Fraubrunnen und Ebersecken , eine zweite die StädteZofingen und Olten, eine dritte die Burgen Altbüron, Schnabelburg bei Melchnau , Bipp,Neu-Bechburg und Wikon ; in der vierten fasse ich den Rest der Fundorte zusammen:Kirchen, Kapellen und solche Plätze, die offenbar durch Zufall und Verschleppung zuihren S. Urbaner Backsteinen gelangten.
Zwischen S. Urban und dem unweit Aarberg gelegenen ehemaligen Cisterzienser-kloster Aurora gab es im 13. Jahrhundert sehr nahe und lebhafte Beziehungen 2 ). Ganzbesondere Bedeutung lege ich der Tatsache bei, dass ungefähr von 1255 bis 1270, alsoin der Blütezeit der Backsteinfabrikation von S. Urban, ein Mitglied des dortigen Kon-ventes, Ulrich I. , zu Aurora den Abtstab führte 3 ). So darf es trotz der grossen Ent-fernung beider Klöster nicht überraschen, wenn auch Frienisberg einen Anteil an denschönen Terrakotten von S. Urban bekam.
Die Klostergebäude von Frienisberg wurden in späterer Zeit mit Ausnahme einesTeiles der Kirche abgebrochen und zum Sitze eines Landvogtes schlossartig umgebaut 4 ).Hieraus erklärt es sich, dass man dort verzierte Backsteine nicht in ursprünglicher Lage,sondern in zufälliger Vermauerung fand 5 ). Dieschönsten und grössten Stücke traf man hart überder Erde in einer Gartenmauer auf der Südseite,andere im Turm und einige in den Stallungenvermauert. Eine Anzahl verzierter Bodenplättchen,die stilistisch eine eigene Gruppe bilden, lagen mitglatten Fliesen untermischt auf dem Estrich desSchlossgebäudes. Sämtliche Backsteinfunde vonFrienisberg befinden sich im historischen Museumvon Bern . Sie sondern sich, wie schon ange-deutet, in zwei scharf getrennte Gruppen. Eine erste besteht aus grossen rechteckigenBlöcken. Stets zeigen zwei zusammenstossende Langflächen, zwischen denen die Kante
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*) Die Fundorte Ziirich-Aussersihl und Liestal , wo je ein vereinzelter, jedenfalls bloss verschleppter Backsteingefunden wurde, sind in der Kartenskizze nicht berücksichtigt.
-) Das Einzelne sehe man in den Fontes rerum Bernensium nach. Frienisberg wurde 1131 durch GrafUdelhard von Sogern, genannt von Seedorf , und seine Gemahlin Adelheid gestiftet. Die Stiftungsurkunde ist übrigensverdächtig. Vgl. Wattenwyl, Geschichte der Stadt und Landschaft Bern, I S. 337. Kopp, eidg. Bünde , II 2, S. 121.
:i ) «Dominus Uolricus quondam abbns in Aurora, monachus saDcti Urbani» erscheint als Zeuge neben AbtMarc, von S. Urban und vielen Frienisberger Konventualen in einer Fricnisberger Urkunde vom 16. Juni 1278.Fontes rer. Bern. III 234. — Dieser Ulrich ist im Februar 1250 Prior, am n. Juni 1255 urkundet er als Abt ineinem Tauscbbrief zwischen S. Urban und Frienisberg . Er erscheint noch als Abt den 1. Juli 1269; 1271 (20. Febr.)war Abt Berchtold bereits sein Nachfolger und Ulrich nennt sich seither «quondam abbas in Aurora».
4 ) Rahn, Zur Statistik Schweiz . Kunstdenkmäler, Anzeiger 1872, S. 326; Anzeiger 1881, S. 213.