von Meister Hans Jakob Bullinger, Obmann der Goldschmiede, ward 1798 bei Auf-lösung der Zunft von einem der Zünfter übernommen, und ist heute wohl geborgenerPrivatbesitz. Mit liebenswürdiger Zuvorkommenheit hat die Besitzerin dessen photo-graphische Wiedergabe gestattet.
«Ein man mit einer Daussen alles silbern und vergült wigt 91 lot und stand nach-folgender Herren wappen und namen daruff, ist ein stubenmeister gschir». (Es folgendie Namen der 10 Stifter des Bechers, darunter der Goldschmied Hans Jakob Meyer,Sohn des Kupferstechers Dietrich, vielleicht der Schöpfer dieses Werkes). Dieser «Küfer »,welcher mit grossem Geschick gearbeitet ist, wurde im Jahre 1798 ebenfalls von einemZünfter übernommen, leider schon vor längerer Zeit nach Paris verkauft. Ein Gipsab-guss desselben, welchen der Verkäufer zurück behalten hatte, ist kürzlich schenkungs-weise an das Landesmuseum gekommen, eine galvanoplastische Nachbildung befindetsich in Privatbesitz.
Eine 1639 geschenkte vergoldete Muschel auf einem Delphin, mit Neptun auf demDeckel, im Gewichte von 60 Lot, wurde 1692 eingeschmolzen; ein gleiches Schicksalerlitten 2 andere Muscheln und eine 46 Lot schwere Schale.
Überhaupt wurden in den Jahren 1692, 1708 und 1723 die Bestände an Bechernstark geschmälert, während bis zum Jahre 1725 nur noch 54 Silbergaben an Schalen,Bechern und Präsentiertellern erfolgten. Später erlegte man die Gaben ausschliesslich inbaarem Geld. Unter den letzten Geschenken erscheint 1715 ein vergoldeter hoherStauf mit Deckel im Gewicht von 104V2 Lot von Bürgermeister Johann Jakob Escher,1717 zwei vergoldete grosse Schalen, jede 7o 1 /2 Lot schwer, von Landvogt LeonhardGossweiler für sich und seinen sei. Vater, eine ebensolche im gleichen Gewicht vonJohann Caspar Escher , Landvogt zu Kiburg, alles durch ihre Grösse, vermutlich auchdurch die Arbeit, herrvorragende Stücke.
Im Jahr 1725 besass die Zunft den «Adler», den «Hobel », den «Küfer », dengrossen Stauf von Bürgermeister Escher, 25 Schalen, 18 Tischbecher, 3 Präsentierteller,eine Giesskanne mit Platte, nebst dem üblichen Tischgerät. Ausser den drei erstge-nannten Stücken und 12 Schalen stammte alles Übrige aus der Zeit von 1685bis 1725.
Schifflcutcn. Bei Verteilung des Zunftgutes im Jahre [798 kamen 10 Ehrenge-schirre zum Verkauf. Für die Fischreuse («Reusch»), das «Schiff», den «Sassen», den«Rechling», die «Trüsche » und 5 Schalen im Gewicht von 435 Lot bezahlten einigeZunftgenossen fl. 574.11. Das übrige Silberzeug, 425 Lot, ward zu fl. 567.33 verkauft.
Waag. Auch diese Zunft besass im Jahre 1521 noch kein Silbergeschirr. Da-gegen wurden schon 1537 dem Stubenknecht acht, 1540 neun silberne Becher über-geben. Am 16. Wolfmonat 1565 beschlossen Meister und gemeine Zunft, es solle künftigjeder Ratsherr, Zunftmeister oder Vogt vier Gulden, jeder neue Meister zwei Guldenan einen Becher geben.
Silberbuch und Zunftrechnungen aus dem XVII. und XVIII. Jahrhundert sindleider verloren, aus den übrigen Akten ist nur ersichtlich, dass die Zunft nach und nacheinen ganz bedeutenden Silberschatz zusammenbrachte, und dass die Freude an schim-