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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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63
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A. Die Tracht. Frankr., England, Kiederl. Weibl. Kleid. (1340). 63

(Fig. 36 a. bj. Die untere Stoffmasse des Gewandes, die noch beständigmit dem Leibchen aus dem Ganzen geschnitten wurde, "folgte allmäligdieser Verengerung, dagegen ward sie gelegentlich nun, vorzugsweise inFrankreich schon früh, noch um ein Beträchtliches verlängert, so dasssie von den Hüften abwärts in zunehmender Erweiterung eine Schleppebildete. Neben jenen engen Ermeln, die für das Unterkleid namentlichfast durchgängig beliebt blieben, kamen später, etwa gegen Mitte diesesZeitraums, doch vorwiegend für das eigentliche Oberkleid, kurze an-schliessende Haibermel auf mit davon ausgehenden bandartigen Streifen,gemeiniglich von solcher Länge, dass sie bis zum Boden berabreichten(Fig. 36 a). Nächstdem jedoch wurde das Oberkleid auch noch ferner-

Fig. 36.

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hin sanz so wie früher, ohne Ermel und nur zu den Seiten Weit undtiefausgeschnitten getragen (Fig. 36 c). _ Gleichmäßig mit derartigerVeren-erun- verlor der Gürtel seine Bedeutung, so dass man nunseiner'entweder entsagte oder ihn doch nur noch einzig als Schmucknur leichthin um die Hüften legte und, damit er nicht herabglitt, eigensam Kleide befestigte.