Wort sich unfehlbar mit der Sache in der heutigen „blouse “ erhalten (hat; „cotte-hardie“ und „rondeau“ dagegen die kürzeren und längerenenger anschliessenden Röcke zum Knöpfen, dahin denn wohl auch „run-dellus“ gehört', und endlich „garnache (gamaccia)“ sowohl die halb-offenen Schultermäntel, als auch noch andere, zum Theil mit Ermelnversehene mantelartige Umhänge. Noch weitere, doch im Einzelnen noch .schwieriger zu vermittelnde Namen, da sie sich ohne Zweifel nicht seltennur auf eine besondere Weise der Form oder Ausstattung bezogen, waren„cloques, doubles“ u. s. f., davon die erstere muthmasslich jenen kurzenMänteln galt, die, vom der ganzen Länge nach zum Zuknöpfen einge-
richtet, den Körper fast glockenförmig umschlossen. —
In so weit also war bis zur Mitte des vierzehnten Jahrhunderts dieKleidung gediehen, da man sich nun nicht mehr damit begnügte nur imAlten fortzugestalten, sondern mit allem Eifer begann daneben auch Neueszu erfinden. Was sich bis dahin vorerst nur noch schüchtern und ver-einzelt vorbereitet, gelangte jetzt rascher zu vollem Austrag, so dass esin nur kurzer Frist, in beständiger Steigerung, völligst Allgemeingut ward.In Frankreich war dies zunächst der Fall, wo schon um 1340 undbald darauf, nach der Schlacht bei Cröcy, um 1346, ernstere Männer da-gegen auftraten, indem sie sich nach Kräften bemühten nicht sowohlden Wechsel der Kleidung, als auch vor allem deren Unform und,namentlich in Rücksicht der männlichen Tracht, auch deren Unanständig-keit in ein grelles Licht zu stellen. »Wir müssen glauben“ — so schreibtder Verfasser der grossen Chronik von St. Denis in Folge eben der fürdie Franzosen so unheilvollen Schlacht von Cröcy — „dass Gott diesenUnfall lediglich unserer Sünden wegen verhängte; denn die Hoffart wargross in Frankreich , besonders bei den Adligen; gross war die Begierdeder Reichen und die Unangemessenheit der Tracht und verschiedenerKleidungsstücke, welche hier durchweg im Schwange gingen, da die Einenso kurze Gewänder trugen, die wie ein gezackter Lap"pen erschienen, sodass, wenn sie sich bücken mussten um einen Herrn zu bedienen, siedenen, die hinter ihnen standen, die Hosen und was darunter zeigten.Und waren diese Hosen so eng, dass sie dazu beim An- und Ausziehen,indem man sie gleichsam abschälen musste, noch besonderer Hülfe be-idurften'. Die Andern hatten, gleich den Weibern, sehr lange und falten-reiche Kleider und dazu chaperons (Kappen-Mäntel) über und über feingeschlitzt oder zu Zaddeln ausgeschnitten und Hosen, davon das eineBeinling anders als das andere war (theils .von Tuch, theils von anderem Stoff), und fielen die langen Zipfel der Hauben (cornettes) undErmel beinah bis zur Erde, so dass sie eher Lustigmachem als anderenehrbaren Leuten glichen - und kann somit denn wohl nicht verwundern
Weiss, Kostümkunde. III. vtiwuiiutrn,
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