A. Die Tracht. Frankr., Engl. , Niederl. Männl. Kleidung (1340—1400). 71
Neben dem bisherigen Schuhwerk kamen nun zugleich mit in Folgeder Verbesserung des Gewerks noch mehrere verschiedene, bei weitemreicher ausgestattete ganze Schuhe, halbe Schuhe und Halbstiefel auf. Zuersteren gehörten die „soulers tranchies“ : längs des Spannes aufgeschnittenund zum Theil hier, zum beliebigen Schliessen, mit kleinen zierlichenKnöpfchen besetzt; ferner die „soulers eschichies“, von gold- oder silber-durchwirktem Stoff, mit Perlen u. dgl. bestickt, zuweilen zum Binden oderSchnüren, und Schuhe mit umgeschlagenen Oehren oder Laschen mitBuckeln verziert; — zu jenen zählten demähnlich geschmückte, nichtselten gamaschenähnliche Stiefeletten von mannigfach verschiedener Fär-bung , zumeist entweder roth oder blau und, wie gemeiniglich auch die,• Schuhe, von Leder, Filz, Tuch, Seide, Sammt u. s. w. für jeden Fuss'eigens passend hergestellt. —
Was an Kopfbedeckungen mancherlei Neues ersonnen wurde,knüpfte seiner Gestaltung nach zum Theil an das schon Vorhandene an.Die kleinen Käppchen („coiffes, couvres-chefs“) und die Kapuze („capu-chon“) blieben unausgesetzt in Geltung, doch wurden auch sie noch imEinzelnen sowohl in Stoff als auch in Ausstattung zunehmend kostbarerbehandelt und die Kapuze insbesondere, gleichviel ob mit dem Kleideverbunden oder ob unabhängig davon, dahin noch weiter ausgebildet,dass man ihren schon langen Zipfel noch beträchtlicher, häufig sogar biszum Boden herab verlängerte (Fig. 41 c). Ingleichem bediente man sichauch noch ferner der üblichen Mützen, Hüte und Bunde („chapels, chape-rons“ u. s. w.), nur dass auch sie noch an Schmuck gewannen, indemman sie fortan nicht mehr allein aus kostbaren Zeugen (Sammet oderSeide) mit Verbrämungen von seltenem Pelzwerk u. dergl. herstellte,sondern mehrfach auch noch durch einzelne besondere Zuthaten bereicherte.Dies betraf vornämlich die Hüte und bestand hauptsächlich darin ^ dassman theils deren äusseren Rand mit seidenen oder mit goldenen Franzenoder mit Spitzenwerk besetzte, theils deren eigentliche Kappe unterhalbmit Goldschnur umzog, sie auch wohl ganz oder stellenweis mit kleinengetriebenen oder bunt emaillirten Metallblechen und über der Stirn miteiner Agraffe, dazu auch wohl mit einer Feder oder Busch zu versehenpflegte (vergl. Fig. 40 b; Fig. 44 a — d). Auch waren es nächst den Kopf-bunden, welche im weiteren wesentlich nur durch Vermehrung ihrer StofF-masse eine Vermannigfachung erfuhren, vorwiegend wiederum die Hüteund Kappen, daran ein Formenwechsel stattfand. Sie nun fertigte manbald höher, bald niedriger, bald walzen- oder kegelförmig, bald gebogen,bald flach halbrund, theils mit theils ohne Umschlag und Krempe, zu-weilen, so namentlich die halbrunden, mit turbanähnlicher Umwindungmehr oder minder aufgesteift (Fig. 44 a-d), ausser in den schon genann-ten toffen, in Filz, Tuch, Leder u. dergl. und in den mannigfachsten
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