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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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72
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72 I- Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jalirh.

Farben, wie denn vor allem in Paris die Kappenmacher, die hier bereitseine zahlreiche Körperschaft bildeten, alsbald dazu schritten sich in dieverschiedenen Abzweigungen ihres Gewerkes zu theilen. Neben demAllen kamen allmälig nun auch die einstmals so beliebten Stirnreifen undStirnbänder wieder auf, fanden jedoch abermals nur bei der Jugend undjetzt auch bei dieser selbst im Verhältniss zu früher weit seltener An-wendung (vergl. Fig. 38 a. b ); wirkliche Kronen dahingegen wurden aus-schliesslich zu Würdeabzeichen (Fig. 39a.b).

Was nun abgesehen von dem Mantel, der keine nachhaltigeVeränderung erfuhr (Fig. 38; Fig. 39b) die weiten und langenGewänder betrifft, die man sowohl über die enge Kleidung, um siemöglichst zu verdecken, als auch allein, für sich, anzog, so blieben diehousse und diehouppelande durchgehend die gebräuchlichsten. Hin-sichtlich des Schnitts und der Ausstattung beliess man sie einestheils nachwie vor, andemtheils aber erfuhren auch sie mancherlei Wechsel im Ein-zelnen, daraus sich allmälig denn wiederum fast gänzlich neue Formenergaben. Diehousse zuvörderst, welche noch am längsten davon un-berührt blieb, wurde dann dadurch, dass man sie zu den Seiten voll-ständig schloss und statt dessen lediglich vorn, vom Gürtel herab, offen

Fig. 41.

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liess, auch mit bald weiteren, bald engeren, ganzen oder halben Ermelnversah, theils auch unterwärts abkürzte, zu einem eigentlichen Ueberzieh-