(Fig.71; Fig. 69). Nächst dem überaus theurem Stoff, gemusterter Seideoder Brokat, daraus man das Kleid im Ganzen herstellte, betraf dies dennwiederum insbesondere die jetzt durchgängiger sehr breiten Besätze des
unteren Saums, der UnterermelFi 9- 7t - und, falls man es vor der Brust
offen beliess, des damit verbun-denen Ueberschlagkragens, dazuman nun fast ohne Ausnahmefarbige Seide oder Sammt oderauch, wie zu den männlichenKücken, selbst Pelzwerk u. dghwählte. Dem entsprach die Aus-stattung des Gürtels durchGoldstickerei und Goldarbeitnebst Perlen- und Edelstein-besatz, den man noch überdiessehr breit, zuweilen sogar überhandbreit beliebte, und bestän-dig noch, wie vordem, hochüber den Hüften zu tragenpflegte.
Das untere Gewand, dasgemeiniglich nur bis zu denFüssen hinabreichte, wurde dochmindestens so weit als es dieRobe nicht bedeckte, so vor-zugsweise vor der Brust undunten, wo es beim Aufnehmender Schleppe dem Auge blos-gestellt ward, ebenfalls reich ausgestattet: dort gewöhnlich durch einengestickten oder mit Perlen, Edelsteinen u. s. w. verzierten Brust-latz, hier, ähnlich der „Robe“, durch Streifenbesatz. Jener Latz, denman auch wohl vorn mit einer kostbaren Agraffe versah, wurdebald höher, bald tiefer getragen, mitunter selbst von solcher Tiefe,dass die halbe Brust entblösst blieb, in welchem Fall mab dann aberauch wohl diesen Theil mit Einschluss des Halses mit einer Art vonKragen bedeckte, der nicht selten aus gold- oder si 1 berdurchwobeneinSpitzenwerk bestand. Darüber hing man, in mehrfacher Windung, theilsPerlenschnüre, theils goldene mit Steinen besetzte Halsketten • und sopflegte man auch die Hände und nun häufiger selbst über die meist zierlich
bestickten Handschuhe mit kunstvollen Ringen zu schmücken. _ Die
seither so beliebten Leibchen mit ringsumlaufender Pelzverbvämung