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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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141
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A. Tracht. Frankr., Engl. , Niederl. Abzeich. d. Adels; Bitterorden. 141

1468 eine Vereinfachung erlitt, indem nun dafür festgestellt wurde, dassdas obere Gewand nicht mehr aus Scharlach mit Veh gefüttert, sondernnur von Karmoisin-Atlas mit einem Putter von weissem Taft und dieKappe als auch der Rock ohne Verbrämung sein solle (S. 107), und fer-ner, als Besonderheit, dass zu der zum Hosenbandorden gehörigenvollständigen Ausstattung ausser Kleidung, Kette und Stern, auch nocheine bandähnliche Spange zählte, dazu bestimmt, um unterhalb des lin-ken Knie’s geschlungen zu werden, bestehend aus blau emaillirteinGolde mit der darauf in goldenen Buchstaben angebrachten.Ordensdevise„Hony soit qui mal y pense“. Von allen diesen so mannigfach durch-gebildeten Ehrenabzeichen pflegten die dazu Berechtigten für gewöhnlichallerdings fast immer nur Einzelnes, so insbesondere entweder die Ketteoder den Stern oder, wie beim Hosenbandorden, auch noch die Kniespangezu tragen, die völlige Ordenstracht jedoch höchstens bei ausnehmen-den Festlichkeiten anzulegen. Daneben kam es zuweilen vor, dass manmit jenem Abzeichen auch eine Art vpn mehr willkürlicher äusserstkostbarer Schmuckspielerei trieb. Von dem Herzoge von Burgund wirdberichtet, dass sich dieser, um bei seiner Zusammenkunft mit dem Herzogvon Lancaster in Amiens (1392) möglichst glänzend auftreten zu können,zwei „houppelandes “ eine von kirschrothem Sammt, die andere von schwar-zem Sammt fertigen liess. Bei der rothen sah man in Silber gesticktals Brustschmuck einen grossen Bären mit einem prächtigen Maulkorbevon Rubinen und Saphiren, bei der schwarzen aber enthielten die Ein-fassungen u. s. w. in Saphiren und echten Perlen die Insignien des altenOrdens de la cosse de geriet („von der Ginster“); ein Zweig von zwei-undzwanzig Rosen erstreckte sich über den linken Ermel, jede Rose ausSaphiren, umgeben von Rubinen und Perlen; dazu war das Gewand ansich noch mit einem ineinander gefügten P und Y, dem Monogramm desHerzogs, besonders reich bestickt. Die Arbeit allein dieser beiden Ge-wänder, dazu man dreissig und eine Mark reines Gold verwendet hatte,kostete nicht weniger als 2977 livres.

Von anderer Art waren die Abzeichen, dadurch sich die Adeli-gen überhaupt sowohl von den nichtadligen Ständen, als auch untersich zu sondern suchten. Es waren dies ausser ihren Wappen von ihnen,nicht selten ganz ohne Bezug auf diese, je eigens gewählte Farben, diesie auf ihre Rüstungen und Gewänder übertrugen, so dass man sie zu-meist schon allein daran zu erkennen vermochte. Gleichwie in dem eng-lischen-französischen Kriege der Sohn Eduard’s III., der Prinz von Walesals der „schwarze“ Prinz ebenso bekannt als gefürchtet war, so auchpflegte man noch andere Adelige derartig zu bezeichnen, und diesdann wohl noch um so entschiedener, wenn diese sich durch besondereEigenschaften hervorthaten oder sich doch mindestens durch Macht und