154 I- Das Koalüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jalirh.
zu vergrößern, andererseits aber auch schon durch Anfügung von nochsonstigen Schutztlieilen dem Zwecke gemässer auszubilden.
Die Oberarm- und Unterschenkel-Schienen erweiterte mandergestalt, dass sie die Glieder mindestens zur Hälfte, vorderwärts voll-ständig bedeckten, dabei man sie zur Befestigung am Körper mit starken,zum Zusammenschnallen eingerichteten Riemen versah. Gleichmässigdamit wurden zuweilen die Oberarmschienen bis über die Schulterund bis über den Ellenbogen hin je durch Hinzufügung einer eigenenkleinen beweglichen Schutzdecke, und die Unterschenkelschienendurch Anfügung von mehreren miteinander verbundenen Plättchen überden Fuss hin ausgedehnt (Fig. 84 a. b). Für jene beweglichen Achsel-plättchen behielt man die frühere Benennung bei; und kamen nun fürden Ellenbogenschutz die Bezeichnungen „cubitiere, coute, gousset“(engl, auch „elbow-pieces“) und für jene Verstärkung der Füsse dieNamen „hevses, pedieux“ und „sollerets“ auf. — Nächstdem ward auchder vordere Arm, doch nicht wie der obere aussenwärts, sondern nuran der inneren Seite durch eine demähnliche Halbschiene („avant-bras ; vambrace“) geschützt und, zugleich in Verbindung damit, zu mehrerVerwahrung der Achselhöhle und der Armbiege an diesen Stellenje eine besondere zumeist kreisrunde Deckplatte („palette, lasset,tace“) angebracht (Fig. 84 a. b). — Der Beinschutz erfuhr neben seinerbereits bemerkten Fortgestaltung im Ganzen nicht minder noch einzelneVerbesserungen. Auch diese indessen beliefen sich vorerst noch im Wesent-lichen nur darauf, einmal dass man dem Knieschutz dort, wo er sichdem oberen und dem unteren Schenkel anschloss, eine mehr oder minderbreite flache Schiene hinzufügte (Fig. 84 b), dass man den Fussgelegentlich zum grösseren Theil oder vollständig umschiente (Fig. 84 c)und dass man wohl auch schon den oberen Schenkel noch eigensmit einer anschliessenden — ob hosenförmigen? — Bedeckung („cuisse ,cuissart“) von starkem Leder oder sonst derbem Stoff umgab. — DieHandschuhe („gantelets, gauntles“) pflegte man nach wie vor haupt-sächlich oberwärts völlig zu verblechen und, so zunächst auch noch wiebisher, mit verhältnissmässig nur kurzen Handgelenkstulpen zu versehen(Fig.17c). So auch behielt man für den Kopfschutz und zwar geradefür diesen Theil selbst noch mindestens bis gegen den Sühluss der erstenHälfte des vierzehnten Jahrhunderts die einmal dafür üblichen Formen,die der mit dem Kettenhemdkragen („cap-mail, camaille“) verbun-denen kurz zugespitzten „Beckenhaube“ („bassinet“) ohne weiterenGesichtsschutz (Fig. 84 a. b. c; ff.) und die des darüber zu stülpendensogenannten „Topfhelmes “ („keime, keimet, heaume, casque“) fast ohneeinige Veränderung bei, höchstens nur dass man diesen Helm nunmehrschon immer häufiger ganz von Metall anstatt wie seither gemeiniglich