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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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155
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A.. Tracht. Frankr., Engl. , Uiederl. Bewaffnung (1300—1350). 155

zur Hälfte von Leder und einzig vorn von Eisen herstellte. Auch bliebes nicht minder noch dauernd Gebrauch eben diesen oft schweren Helmbis zum Augenblick seiner Benutzung von einem Diener tragen zu lassenund ihn vermittelst einer Kette am Brusttheil zu befestigen (Fig. 84 c;vergl. Fig. 17 a. c).

Zu der so fast durchweg verstärkten „geflochtenen“ llingelbepanze-rung — dazu auch noch eine entweder unter oder über dem Panzerhemdeangebrachte theils einfache, theils mehrfach gegliederte Brustplatte(„plastron-de-fer, poitrail; breastplate“) von geschmiedetem Eisen kam

_ trug man nach wie vor darunter ein ledernes oder derbstoffiges wat-

tirtes, zuweilen gestepptes W am ms („wamme$in,icambeson, gambeson“)und über der Rüstung, als äusserste Hülle, das Waffenhemd („cote-hardie, cote-armour“). Für das Warn ms behielt man wahrscheinlichdie seitherige Gestaltung eines mit ganzen oder mit halben Ermeln ver-sehenen engeren Rocks bei, es sei denn, das man jetzt auch dies zuweilennoch besonders verstärkte. Indessen bediente man sich auch danebenschon früh und namentlich in England bereits seit dem Beginn desvorigen Zeitraums ebenfalls noch als Unterkleidung einer starkstoffigengesteppten Jacke {„acketon, hauqueton, actione“), während man nunauch noch überdies, etwa seit 1320, und zwar zum Anlegen un-mittelbar unter das Waffenhemd ein „Zwischenkleid“ („gaudichet“?)einführte, das man gelegentlich auch mit Knöpfchen u. dergl. ausstattete(Fig. 84 b. c). Wohl mit in Folge derartiger Verstärkung eben alleinschon durch diese Gewänder, von denen das letztere gemeiniglich kürzerals das Panzerhemd war, liess man dann wohl in einzelnen Füllen dieArmschienen theilweis oder ganz fort, sich lediglich auf die Anwendungder Schulter- und Ellbogenstücke beschränkend (Fig. 84 c). — DasWaffenhemd, das noch unausgesetzt und so vorzugsweise in Frank-reich möglichst kostbar geschmückt wurde, indem man es, wie seither,hauptsächlich mit den Wappen seines Eigners in reicher Buntstickereibedeckte (Fig. 85), erfuhr, und wie es scheint zunächst in Englandgegensätzlich zu Frankreich , insofern eine Veränderung, als man es nun-mehr vorderwärts, wohl nur um die Untergewänder zu zeigen, sehrbeträchtlich abkürzte, so dass es rücklings, wo man' es beliess, einenlangen Schoss bildete (Fig. 84 b. c). Im Zusammenhänge damit, wasgleichzeitig mit der Einführung jenes „Zwischenkleides“ erfolgte, warddas Hemd häufiger insbesondere so weit es den Oberkörper umschloss,diesem enger angepasst (Fig. 84 b) und auf der Brust, in der Gegendder Warzen, entweder nur auf einer Seite oder auf beiden Seiten zugleichdurch eine gewöhnlich rosettenförmige metallene Platte („mameliere“)verstärkt, welche ausserdem zur Befestigung der Verbindungsketten desHelms, des Dolches u. s. w. diente (Fig. 84 c; ff.). Dagegen entsagte