156 I- Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrh.
man allmiilig den seit länger gebräuchlichen viereckigen emporstebendenAchselschildchen („ailettes, ailerons, reconnaissances“) , die endlichin England gegen den Schluss der Regierung Eduard's II. (1327) undin Frankreich nur weniges später, bis zur Herrschaft Philipp VI. (um1328) verschwanden (vergl. Fig. 84 a, Fig. 85 und Fig. 84 b. c, ff.). —
Mit der zunehmenden Verengerung desHemdes gab man den vordem zu dessenGurtung noch mehrfach gebräuchlichenHüftgürtel (Fig. 84 a) auf, es fortantheils ungegürtet belassend, theils, dochauch nur noch ausnahmsweise, statt seinerden Schwertgurt („sangle, ceintureengl, „girdle“) anwendend (Fig. 84 c), denman sonst aber beständig wie früher inForm eines breiten, mit metallenen Verzie-rungen beschlagenen Schnallenriemens nurlose hängend zu tragen pflegte (Fig. 84a. b; ff.).
Für den Schild („bouclier, ecu“) be-hielt man die ihm bereits seit länger vor-wiegend eigene Gestalt eines an den beidenLangseiten gleichmässig leicht ausgebogenenentweder flachen oder gewölbten Dreiecks,zumeist von geringem Umfange, noch fastwährend der ganzen Dauer des vierzehntenJahrhunderts bei. So auch blieb es nochstehend Gebrauch den Schild hauptsächlichvon starkem Holze mit einem Ueberzugvon Leder, von Pergament oder von Leine-wand (mit Leim und Kreide grundirt) her-zustellen, aussenwärts mit den Wappen desEigners farbig theils in Flachmalerei, theils in mehr oder minder kunst-reicher erhobener Arbeit auszustatten, und ihn, im gewöhnlichen Verkehr,vermittelst eines am oberen Rande innerhalb befestigten, bald längerenbald kürzeren Schnallenriemens („laniers“) von der rechten Schulterdergestalt herabhängen zu lassen, dass er zur Linken entweder den Arm'oder von der Hüfte abwärts das Bein nebst Schwert vom Griff ausbedeckte (Fig. 84 a. b. c; ff.). Ausser mit diesem Tragriemen, der zu-gleich bei kriegerischer Verwendung den oberen beweglichen Halt abgab,war der Schild zu freier Bewegung innenwärts gemeiniglich nur nochmit einer Handhabe besetzt.
Die Sporen (eperons“ engl, „spurs“), ohne welche man die Aus-
Pig. 85.