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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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163
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A. Tracht. Frankr., Engl. , Nieder]. Bewaffnung ( 1350 — 1450 ). 163

Wesentlichen bei ihrer krebsartigen Gliederung; ebenso fand auch bei denSporen noch keine merkliche Veränderung statt (Fig . 87 a. b. c).

In wieweit, in Verbindung damit, auch die Rüstung des Ober-körpers, der Brust u. s. w. vervollkommnet ward, lässt sich nicht mitSicherheit sagen, da sie auch noch bei den mannigfachen verbildlichendenDarstellungen, welche dieser Zeit angehören, durch den Waffenrockverdeckt ist. Doch dürfte hinsichtlich der noch sonstigen Darstellungenaus nächstfolgender Zeit, welche durchgängig ohne ein derartiges Ueber-kleid erscheinen (Fig. 88; ff.), so viel als gewiss anzunehmen sein, dassmit Beibehalt der einmal hergebrachten Unterkleider und des eisernenRingelhemdes vornämlich die zum Schutz der Brust — ob auch schondes Rückens? — bestimmten Platten allmälig derartig erweitert wurden,dass sie etwa bis gegen den Schluss dieses Zeitraums (um 1400) jeneTheile fast gänzlich umschlossen. — Der Waffenrock bei seinerbereits höchst gesteigerten Gespanntheit konnte nicht mehr verengertwerden. Demnach, vielleicht um diesem Geschmack dennoch in nochWeiterem zu genügen, entfernte man seinen leichtfaltigen Schooss, dabeiman ihn dann gelegentlich selbst bis zum Ansatz des Unterleibs kürzte,hier zumeist dachziegelförmig auszackend (Fig. 87 b). Gleiehmässigmit solcher Kürzung des Rocks, dabei er indessen seine Bedeutung alseigentliches Wappcnkleid auch noch fernerhin bewahrte, rückte der ritter-liche Gürtel nicht selten bis zu dessen Saum herab (Fig. 87 c).

Als Kopfschutz im Kriege brachte man mit nur noch seltenenAusnahmen die beiden Formen der Beckenhaube — die mit dem Ketten-hemdkragen verbundene und die erst vor kurzem erfundene, mit beweg-lichem Gesichtschutz — nebeneinander in Anwendung. Doch gabman davon noch geraume Zeit der ersteren als der älteren und der soeinmal seit lange gewohnten in weit überwiegendem Maasse den Vorzug.So unter anderem erscheint sie noch in völlig althergebrachter Gestalt aufdem prächtigen Grabsteinbilde Eduard’ s de s schwarzen Prinzen vomJahr 1376 (Fig. 87 b ), und ganz demähnlich auch noch auf sonstigenDarstellungen englischer Ritter aus noch späterem Verlauf. Nur darinwurde sie verändert, dass man begann sie unterhalb mit einem gewöhn-lich sehr reich verzierten Reifen („orle“) auszustatten,‘ dafür denn die,welchen das Recht zustand, die ihnen gebührenden Kronen wählten(Fig. 87 b; Fig. 88 ff.). — Mit dem „Topflielin“ bliefe es beim Alten.Einmal von der kriegerischen Rüstung auf die TurnierrüstVing beschränktward er auch nur noch demgemäss und zwar zu den beiden besonderenFormen des vorn vergitterten „Spangenhelms “ und des ringsherum völliggeschlossenen „Stechhelms“ weiter ausgebildet.

Den einmal gewohnten Dreieckschild beliess man im Ganzenunverändert. Ueberhaupt aber bediente man sich seiner nun immer