Ä. Tracht. Frankr., Engl. , Siederl. Bewaffnung (145C—1500). 173
bestand gleichsam aus einer Vereinigung sämmtlicher Stücke des „salade“,dergestalt dass man die Haube an sich zu einer den Kopf sammt demGenick umschliessenden Kappe zusammenzog, das Visier als stets beweg-lich nicht unbedeutend vergrösserte, auch mannigfacher gestaltete, undmit dessen Charnier zugleich die Kinnkappe unmittelbar verband ( Fig. 92c. d). — Neben allen diesen Formen, die, da sie zur Kriegsrüstunggehörten, nur üusserst selten mit „Kleinodien“ und Decken ausgestattetwurden, ja höchstens dass man sie mit einem Busch von Federn („panache“)schmückte, brachte man inzwischen auch wieder ganz den ältesten Kappenähnliche, nun sogenannte Eisenhüte (engl, herne-pan, iron pan) von-wechselnder Gestaltung in Anwendung (Fig. 92 e. f).
Ganz ähnlich wie mit dem kriegerischen Kopfschutz verhielt es sichmit den jetzt lediglich zum Turnier bestimmten „Stechhelmen“. Nächst-dem dass der Spangenhelm durch künstlichere Vergitterung und durchZusammenziehung der Haube zu einer ringsumschliessenden Kappe zu-nehmend an Zweckmässigkeit gewann (Fig. 92 g. h), wurde daneben,noch vor dem Ablauf der ersten Hälfte des Jahrhunderts, eine Art vonHelm erfunden, die jenen in Allem weit übertraf. Dieser Helm war, alleinmit Ausnahme der Augenschlitze, durchaus geschlossen. Gleich anfänglichso hergestellt, dass er, in oberwärts flacher Abrundung, den Hals voll-ständig mitbedeckte, begnügte man sich zunächst damit ihn von denAugenschlitzen abwärts nur ziemlich leicht nach einwärts zu schweifen;allmälig indessen schritt man dazu, diesen Theil, ihn noch tiefer einschwei-fend, über die Schlitze hin zu verlängern, so dass er, bei aufgerichtetemHaupt, diese völlig sicherte (Fig. 92 i). In solcher Form, darunter manzuvörderst auch wohl noch gelegentlich die vorn offene Beckenhaube nebsteiner Zeugkappe zu tragen pflegte, erhielt er sich dann unverändert bisin den Beginn des sechszehnten Jahrhunderts, von da an er schliesslichdurch den inzwischen noch bequemer durchgebildeten Spangenhelm gänz-lich verdrängt wurde. Sowohl dieser als auch jener Helm ward gemei-niglich an die Brustplatte vermittelst Riemen festgeschnallt, rücklings da-gegen an einem beweglichen Metallstabe durch Hacken befestigt, nächstdemaber in allen Fällen mit den mannigfaltigsten, zum Theil seltsamst gestal-teten frei sich erhebenden Zierden („cimiers“) nebst reich geschmücktenUeberhangsdecken („ lambrequins, lambecwx“) ausgestattet.
Den Schild gab man endlich durchgängig auf, öder bediente sichseiner doch hauptsächlich nur noch als Schau- und Prunkstück, indemman nun dazu, so namentlich gegen das Ende dieses Zeitraums, vorzugs-weise kleine Rundschilde („rondelles, rondaches; bucMer ) wählte. Siepflegte man vermittelst eines daran befestigten kurzen Riemens oder einer
starken Schnur um den Hals, über den Rücken, zu hängen. _
Im Uebrigen verstand man es die gesammte Plattenrüstung verhält-