beliebte, und der „falchion der indess erst unter Heinrich VI. (etwaum 1450) aufkam, eine Art von gebogenem Haudegen mit starker Vor-parirstange {„cutlas“). Zudem unterschied man noch in der Folge, zu-gleich in Betreff auch des Ritterschwerts, den aus Spanien entlehntendaher sogenannten „espadon“, den durch Länge ausgezeichneten doppel-schneidigen „pavade“, den breiten und schweren „braquemart“ , denkurzen „tuck“ u. a. m., dazu um den Schluss des fünfzehnten Jahrhun-derts auch noch ausnehmend lange Schlachtschwerter, gewöhnlichmit wellenförmiger Klinge {„flammards, flammberges“) gebräuchlich wurden,die man, da sie ihrer Schwere wegen mit beiden Händen geführt werdenmussten, dementsprechend mit einem doppelten, sehr langen Handgriffund weitausladender abwärts gebogener Parirstange versah.
Neben dem Schwerte blieb auch der Dolch {„dague, poignard“,engl. „poniard“) als rittermässig in Gebrauch. Im vierzehnten Jahr-hundert zwar bediente man sich seiner nur selten, so wenigstens in Eng-land, während er dann aber bald nach dem Schluss dieses Zeitraumswie in Frankreich , auch dort die allgemeinste Aufnahme fand ( Fig. 88a. b; Fig. 90 a; vergl. Fig. 84 ff.). Ganz wie seither pflegte man ihnan der rechten Seite zu tragen und, nun nicht selten in Uebereinstimmungmit dem Schwerte, sowohl am Griff als auch an der Scheide zu verzieren.Vorzugsweise dazu bestimmt um den niedergeworfenen Feind, falls ernicht um Gnade bat, zu tödten, kam für ihn etwa um Mitte des vier-zehnten Jahrhunderts die Bezeichnung „misericorde“ auf. — Ausserdem eigentlichen Dolche brachte man einzelne verschiedene „Gürtel-messer“ in Anwendung. Es waren dies, vorwiegend in England, derzweischneidige „cultelas ( cultel, cutlas“ und „coutel“), der ebenfalls zwei-schneidige jedoch sehr breite „anelase“ und das schmale scharfspitzige„skeins“ ; die beiden zuerstgenannten bereits im vierzehnten Jahrhun-dert bekannt.
Die Lanze {„lance, lame ; spear“), die zweite rittermässige Haupt-waffe, wurde zunächst wenig verändert. Abgesehen von den Turnier-lanzen, bei denen man allerdings fortfuhr je nach dem Zwecke in Längeund Stärke und in Gestaltung ihrer Spitzen 1 in noch Weiterem zu wech-seln, behielt man für die zum Kriegsgebrauch bestimmten nochgeraume Zeit die dafür einmal übliche Form eines starken hölzernen
1 Die Spitzen waren theils scharf, theils stumpf. Erstere entweder geradzugespitzt („pique“) oder aber bald kurz gekrümmt („morne“), bald sensenähnlirhgebogen. Diese hiessen r jaux, Jauchards “. Die stumpfen Spitzen waren entweder vierkantig flach oder in der Fläche zu vier gleichen Knöpfchen oder Frön"lern („Coronet“) tief ausgeschnitten. Sümmtliche Formen, obschon here't ■ ~vierzehnten Jahrhundert bekannt, fanden doch erst im fünfzehnte,, l i l j Tbei dann noch fernerer Durchbildung, allgemeinereX^endut " ^
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