180 Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrh.
förmig gebogen war, und einer damit rücklings verbundenen bald hacken-bald hammerförmigen Wehr nebst einem daran aus dem Ganzen geschmie-deten gewöhnlich beträchtlich langen Spiess mit doppelter Schneide odermehrkantig. Die anders bczeichnetcn dahingegen bildeten im Wesent-lichen nur zum Theil einfache Lanzenmesser, zum Theil bald breitere,bald schmälere ein- oder doppelhackige Spiesse. Zu jenen gehörten dieglaive und voulge, davon sich die voulge insbesondere durch eine sehrbreite nach oben hin allmälig au Umfang zunehmende, zweischneidigeKlinge auszeichnete; zu den letzteren zählten das spetum und vermuth-lich auch das „falcastrum“, das, wie es heisst, einem langen Speer nachArt einer Hellebarde glich.
Ziemlich gleichzeitig mit der Verbreitung dieser Art von Stangen-wehren kamen auch daneben noch einzelne besondere Hiebwaffen inGebrauch, die indess ebenfalls fast ausschliesslich von den Fusstruppengeführt wurden. Von diesen gewannen namentlich zwei ihrer ausneh-menden Hiebkraft wegen an kriegerischer Bedeutsamkeit. Die eine,gemeinhin „casse-tete “ genannt, hervorgegangen aus der Keule, bestandaus einem starken Schaft mit schwerem Knauf von Holz oder Metall,dieser dicht mit eisernen Stacheln und auch gelegentlich in seiner Mitte,zugleich zum Stoss, mit einem längeren spitzen Eisenstachel besetzt; diezweite („ fleau — fouet d’arme engl. „flail“) entsprach durchauseinem Dreschflegel, nur dass der Flegel der Länge nach mit Eisen undder Quere nach in gleichen Abständen von einander gleichfalls mit eiser-nen Stacheln versehen, ja mitunter in solcher Gestalt ganz von Eisenverfertigt war. Sowohl diese als jene Waffe bedurfte zur Handhabungbeider Hände.
Als Schusswaffen endlich bediente man sich nach wie vor deseinfachen Handbogens, der Armbrust und auch selbst noch derSchleuder, ja dies sogar noch bis über den Schluss des fünfzehntenJahrhunderts hinaus, nachdem bereits das Handfeuergeschoss weitere Ver-breitung gefunden hatte. Die Schleuder (engl, „sling“) allerdings undso auch der einfache Handbogen wurden nun fortan, vornämlich inFrankreich , immer noch mehr von der Armbrust verdrängt; dennochbrachte man in England bis gegen Ende dieses Zeitraums, wenigstensfür den Massenkampf, die Schleuder noch in den beiden Formen, inwelchen sie schon das Alterthum kannte, in denen der Band- und Stock-schleuder ja fast beständig in Anwendung. Ingleichem den einfachenHandbogen, ebenfalls in den ihm schon seither eigenen Gestaltungen einesbald längeren bald kürzeren Bügels, nebst dem dazu nöthigen Zubehör,den zu unterst befiederten Pfeilen arrows,bolts “), dem Pfeilbehälter(„quiver, sheaf“) und der zur Abwehr des Sehnenschlags bestimmten leder-nen Armschiene bracer Die Engländer insbesondere galten den