184 !• Das Kostüm vom Beginn des 14 . bis zum Beginn des 16 . Jahrh.
weniger denn drittehalbtausend Edele, viertausend schwergerüstete Reiterund mehr als dreissigtausend Krieger niederen Ranges einbüsste. Ange-sichts so grosser Verluste liess man sich aber nun auch in Frankreich die Ausbildung ganz demähnlicher Fusstruppen angelegen sein. Karl V. ,der sich hier vornämlich damit beschäftigte, verordnete zugleich nochausserdem (um 1369) sämmtliche Bürger zu ileissiger Uebung im Arm-brustschiessen anzuhalten.
Von einer durchgängigen Gleichförmigkeit in der Tracht und Bewaff-nung der verschiedenen Heeresthcile im Sinne heutiger „Uniformirung“war weder jetzt, noch auch bis zum Schluss des fünfzehnten Jahrhundertskaum die Rede. Zwar pflegten wohl schon im vierzehnten Jahrhunderteinzelne reichbegüterte Städte, so namentlich die flandrischen, ihreMiethstruppen gleichfarbig zu kleiden und nach den Farben zu bezeichnen,auch kam es wohl wicderholentlich vor, dass grössere Lehnträger ihreDienstmannen durchweg gleichartig ausstatteten; indessen war und bliebdies einstweilen noch völlig der Willkür überlassen. England ging, wiees scheint, auch darin wenigstens insofern voran, als man hier vornämlichdarauf hielt, dass die Abtheilung der Bogenschützen vorwiegend grüngekleidet erschien. Sonst aber verblieb auch selbst deren Tracht imGrunde ohne bestimmte Regel; so auch ihre Bewaffnung. Und währendihre Kleidung anfänglich, nach altherkömmlichem Schnitt, zumeist nureine gegürtete lange Obertunika und eine rundbodige Krempenkappe,beides zuweilen mit Pelzwerk verbrämt, nebst weiten Schuhen von Cor-duan ausmachte, bestand sie unter Heinrich V. , mithin seit '1411, danebengemeiniglich aus ,Jackets“ und massig weiten Beinkleidern. Nicht einmalAlle waren mit Schuhen und mit Kopfbedeckungen versehen. Viele gingen' baarfüssig, Andere trugen Rundkappen von Flechtwerk oder von gesottenemLeder, mitunter durch einen kreuzweis darüber gelegten metallnen Bügelverstärkt. Ihre Bewaffnung bildeten, nebst dem Bogen oder der Arm-brust, Beil und Schwert, beides am Gürtel hängend. Erst unter Eduard IV. (1461—1483) erhielten sie ausserdem noch einen kleinen, meist hölzernenRundschild (, ,buckler“). Jener auch war es, welcher zuerst den Gebrauchder Handkanonen („handguns , hange-guns“) einführte. Als er um1471 zu Ravenspurg in Yorkshir landete, befanden sich in seinem Heerdreihundert geworbene Flammländer, sämmtlich bewaffnet mit „hange -guns“, die vermittelst eines Hackens und einer damit verbundenen Schnuram Hüftgürtel befestigt waren. — Ziemlich um dieselbe Zeit begann so-dann auch die Ausbildung noch anderweitig bewaffneter Truppen, alsnamentlich die der „Hellebardisten“ und „Streitaxtträger“(„guisarmiers“). Hinsichtlich der sonstigen Ausstattung jedoch verbliebes auch noch ferner beim Alten, nur dass man von da an schon immermehr sein Augenmerk darauf richtete die einzelnen Abtheilungen min-