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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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185
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A. Tracht. Frankr., Engl. , Niederl. — Heerwesen ( 1300 — 1500 ). 185

destens durch gemeinsame Abzeichen von einander zu unterscheiden. So,was das englische Heer betrifft, bestand noch während der RegierungEduard's V. und Richard?8 IIL (1483—1485) die hauptsächliche Beklei-dung der Bogenschützen, der Hellebardisten und der Beil- oderStreitaxtträger, ohne irgend welche Rücksicht auf durchgängigeGleichförmigkeit, — zum grösseren Theil in ledernen Wämsern, tlieils inengen Panzerjacken nach Art des alten „jazerin“ (S. 20; Fig. 93 h. c),tlieils in bald längeren, bald kürzeren linnenen oder derbwollenen Röckenund in langen Beinkleidern; die Röcke allerdings vorwiegend weiss, dochauch grün und von anderer Farbe, mit dem St. Georgskreuz darauf. DieKopfbedeckungen wechselten zwischen der sogenannten „s alade“ (S. 171),verschieden gestalteten eisernen Hüten {„casqueteU, hern-pans, iron-pam‘\) und zumeist flachen, mit metallenen Reifen beschlagenen Kriegs-kappen [„huvettes“).

In Frankreich dagegen war man schon früh zur Bildung stehenderTruppen geschritten. Hier hatte, im Anschlüsse an die BemühungenKar Vs V. und dessen Nachfolgers, Karl VII. bereits um 1445 eine der-artige Abtheilung, die „compagnies d'ordonnance“ errichtet und ausser-dem sehr bald darauf, um 1448, den Befehl ergehen lassen, dass jedesKirchspiel mindestens einen versuchten Mann habe, der mit Bogen undPfeil ausgerüstet jederzeit kriegsbereit sein müsse. Diese Schützen, derenZahl sich bald auf sechszehntausend belief, hiessen „franc-archers“