192 I- J-* as Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrh.
durch Stickerei zu schmücken, ja demselben später sogar die Form einesvorn offenen kleinen Mäntelchens mit kostbaren Randeinfassungen zugeben. — Die Stäbe der Aebte und Aebtissinnen, welche ein sol-ches Tuch gleichfalls erhielten, verblieben im Ganzen zwar einfacher, dochnicht gänzlich ohne Vermehrung auch ihres schon seitherigen Schmuckes.— Der Papst bediente sich unausgesetzt statt eines derartigen ge-krümmten Stabs eines Stabes mit einem hohen entweder ein- oder zwei-balkigen Kreuz. Und ebenso führten die Erzbischöfe auch fernerhinan Stelle des Krummstabs oder aber doch neben demselben das lange„crux archiepiscopalis f beide indessen ohne Behang.
14. Das „Pallium,“ das nach wie vor ausschliesslich von weisserWolle in der Breite von höchstens drei Fingern mit übereinander aufge-stickten griechischen Kreuzen von dunkclrother und purpurner Farbe be-stehen sollte, erfuhr nur insofern eine Veränderung, als man zuweilendessen Enden mit einem etwas breiteren, quadratischen Zierstück („peda-lium“) und dies gelegentlich, ausser mit den althergebrachten Quastenund Glöckchen, nur mit Franzen dicht besetzte.
15. Das Schulterkleid nahm an Umfang ab und dessen Ver-zierungen von zumeist christlich-symbolischer Bedeutung wurden allmäligdurch anderweitige, bedeutungslose Zierrathen verdrängt; die Laschen, dieseitwärts herabfielen, häufiger mit kleinen Glöckchen behängt. — Danebenkam nun, gewissermassen als eine Abart dieses Ornats, ein der Stoleähnliches, nicht sehr breites Doppelband auf, das auf Brust und Rückengekreuzt und auf den Kreuzpunkten je durch ein goldenes Rundschildgefestigt getragen ward.
16. Das Brustschild mit den zwölf Edelsteinen gab man, wie esscheint, nach Beginn des vierzehnten Jahrhunderts auf, dasselbe muth-masslich durch ein Brustkreuz oder durch reichere Behandlung dermetallenen Brustspange ersetzend, mit welcher man den langen undweiten Schultermantel zusammenfasstc. Bis dahin war die Anwendungeines derartigen kostbaren Kreuzes, das vermittelst eines Bandes um denHals gebunden ward, dem Papste allein Vorbehalten geblieben. Nichtlange jedoch, so ward es üblich ein solches Kreuz als besondere päpst-liche Auszeichnung den Bischöfen u. s. w. zu verleihen, worauf diese sichdann insgesammt dieses Abzeichen aneigneten. Bei dem Allem indessengalt stets, rücksichtlich früheren Gebrauchs, als Regel auch selbst fürdie höchsten Würdenträger ihr Kreuz in Gegenwart des Papstes mit demGewände zu verdecken. — Zu noch mehrerer Würdigung pflegte mandiese Kreuze nicht selten durch Einfügung von Heiligthümem zu Reli-quiarien zu erheben.
17. Bei dem Mantel, dessen man sich fortan immer häufiger zu-gleich als eines Schmuckkleids bediente, verwandte man demgemäss auf