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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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k. Tracht. Frankr., Engl. , Niederl. Amtsorn. d. Geistl. (1300—loOO). 195

niedereren Rangstellung «wer Träger minder prunkvoll behandelt wurde.Und so auch nahm man es mit der Beobachtung der vorgeschnebenenliturgischen Farben“ in Folge gleichfalls, wie schon seither, keines-'weges besonders streng, ja liess sich wohl gerade in diesem Punkte nun-mehr noch um so freier gehen, als bei der wachsenden Menge der Kirchenes der bei weit grössten Zahl derselben zur Durchführung der Verordnungan den nötliigen Mitteln gebrach. — Dev Diacon wurde angewiesendie Stole von der linken Schulter zur rechten Seite hin aaizulegen, undhier unterhalb des Arms, so anzubinden und zu befestigen, dass ihreEnden noch zum Theil über die darüber getragene Dalmatien herab-reichten _ Bischöfe, welche etwa einem geistlichen Orden angehörten

pflegten unter dem Messornat das ihnen zustehende Ordenskleid und dar-über den Chorrock zu tragen. —

Die ausseramtliche geistliche Tracht sollte sich nach wievor lediglich auf die den Körper verhüllende „ Kappe“ und den Rücken-mantel beschränken. Davon bewahrte jedoch, wie es scheint, im Grundegenommen nur der Mantel die ihm schon seither eigene Gestaltungeines weiten und faltenreichen mit Kapuze versehenen Umhangs, währendman die Kappe allmälig zu zwei Hauptformen herausbildete und für sieüberdies je nach dem Range ihres Eigners eine den Rang bezeichnendeFarbe feststellte, ln beiden Formen bedeckte sie nach altherkömmlichemBrauch den Körper vom Halse bis zu den Füssen , indessen nun in dereinen Form als ein faltenreicher „talar “ mit langen und ziemlich weitenErmeln, in der anderen, „sutane “ genannt, enganliegend mit engen Er-meln und vorn, der ganzen Länge nach, dicht mit Knöpfen zum Schliessenbesetzt. Als Stoff dazu w'ählte man insgemein Wolle oder Halbseide.Die Kardinale, trugen ihn hochroth, die Bischöfe und die Haus-prälaten des Papstes durchgehend violett, der Papst selber vohweisser Wolle, die übrige Geistlichkeit aber schwarz; desgleichenje den meist breiten Hüftgürtel, den man darüber zu binden pflegte.Dazu kam nicht minder schon im jüngeren Verlauf des vierzehnten Jahr-hunderts bei der höheren Geistlichkeit ein kurzer Krempenhut in Ge-brauch. Dieser, anfänglich gleich den auch sonst gemeinhin üblichenHüten der Art aus Seide, Tuch oder Filz bestehend, nur ausschliesslichvon schwarzer Farbe, wurde seit dem fünfzehnten Jahrhundert, ganzähnlich wie der Kardinalshut, an jeder Seite mit einer Reihe an Schnürenhängender Quasten geschmückt, damit man zugleich bezweckte durchderen Anzahl die verschiedenen Würdengrade zu kennzeichnen.

Indessen, obschon diese Bekleidung allgemein verordnet war, bliebes doch auch fortan nicht aus, dass sich die Geistlichkeit im Einzelnendem weltlichen Prunke zuwandte. Und dies nun gerade in Frankreich * und England in weiterem Verlaufe noch um so mehr, als unter ihr ins-