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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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204 !• Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrh.

„kamen in Böhmen wieder neue Trachten auf; manche trugen fünf odersechs Schock Knöpfe, und die Kleider so eng angepasst, dass sie sichnicht biicken und bewegen konnten. Gottes Greuel über die kurzen Röckeund die spitzen Schnabelschuhe.“

Bei der männlichen Kleidung blieb die Enge und Kürze fastdurchweg stehend. Nunmehr völlig losgelassen, ging,man in den damitnothwendig verbundenen Besonderheiten im Schnitt, und so auch in derGestaltung des Einzelnen, wie namentlich in der Verwendung von Knöpfenund in der wechselnden Durchbildung der Ermel und deren Ausstattung,nicht selten selbst über das aus der Fremde überkommene Maass weithinaus. Fand eine derartige Ueberhäufung von Knöpfen, wie solche Ha-gecius erwähnt, auch nicht geradezu überall statt, war doch die Neigungdafür allgemein, so dass man ihr immerhin im Ganzen mit Vorliebe zugenügen suchte. In Frankreich beschränkte man sich darauf, den kurzenenganliegenden Rock unten ringsum geschlossen zu tragen und nur längsder vorderen Oeffnung, zum Schliessen, mit Knöpfen zu besetzen (Fig. 37bis Fig. 39); hier jedoch schritt man alsbald dazu ihn, der freieren Be-wegung wegen, unterhalb seitwärts aufzuschlitzen und nun ausserdemauch die Schlitze mit mehreren Ivnöpfchen zu versehen (Fig. 98 a).

Fig. 98.

Sowohl bei diesen, als auch bei den längeren, bis zu den Knien herab-reichenden Röcken, die in demähnlicher Verengerung ebenfalls dauernd