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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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208
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208 !• Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrh.

auch die Ausstattung der Ermel durch schnür- und lappenartige Anhäng-sel, darin nun sie, wie auch besonders in der Anwendung von Knöpfen,die Männer gelegentlich überboten (Fig. 99 b). Die Ermel an sich wur-den gleichfalls verengert. So namentlich die des unteren Rocks bis zur

Fig. 99.

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äussersten Gespanntheit; die des oberen Kleides dagegen häufiger mässigweit beliebt und in diesem Falle gewöhnlich längs den Rändern aus-gezaddelt.

Die schon früher begonnene Neigung zu mehrerer Entblössungvon Hals und Schultern nahm, trotz der Verbote, beständig zu (Fig. 99 bj.Begünstigt durch die Verengung des Leibchens, da solche die Brüste hieltund hob, schnitt man das Leibchen immer tiefer, zuweilen, so vorzugs-weise die Jugend, selbst bis zur Hälfte der Brust hin aus. Gleichsamim Gegensatz dazu, als müsse man den Verlust des Stoffs anderweitigwieder ersetzen, begann man auch die Verlängerung des oberen Ge-wandes nachzuahmen, wie eben solche in Frankreich bereits gleich z uAnfang des Jahrhunderts zur ^Schleppe“ erweitert worden war (S. 63)-Doch schritt man gerade in diesem Punkte Verhältnissenässig langsamervor. Wenigstens fanden die städtischen Behörden vorläufig noch keineVeranlassung, etwa auch dagegen vorzugehen. Anders verhielt es sichmit dem Gürtel, der daher auch fortdauernd ihre Aufmerksamkeit mAnspruch nahm. Derselbe ward immer kostbarer verziert und, um dies