A. Tracht. Deutschi. u. Scandinav . Kleid, d. Weiber (1400—1450). 225
Im Uebrigen gab es unter den Männern, welchem Stand sie auchangehörten, gleich wie seither so auch jetzt und ferner eine nicht unbe-trächtliche Zahl, die, ohne sich eben dem Zeitgeschmack im Allgemeinenzu entziehen, doch den Modethorheiten an sich in keiner Weise huldigte.Nicht wenige suchten dem absichtlich durch Einfachheit zu widersprechen,was allerdings das Geeignetste war diese Thorheiten um so schroffer undungereimter erscheinen zu lassen.
Ebenso beim weiblichen Geschlecht. Auch dies folgte keineswegsdurchweg den launenhaften Entartungen, vielmehr waren es gerade beidiesem die höheren Stände vorzugsweise, welche, nur unter Beobachtungeiner ihrem Rang angemessenen würdevollen Ausstattung, davon meh-rentheils abstanden. So aber auch waren es denn fast ausschliesslich diehöchsten Stände, aus denen die Künstler dieser Zeit (bis um 1440) undnoch weit darüber hinaus insbesondere für Darstellungen der heiligenJungfrau und anderer Heiligen ihre Vorbilder entnahmen (Fig. 100 a.b).
Fig. 100.
— Die modesüchtigen Weiber indessen überliessen sich ohne Scheu ihreneitelen Gelüsten. Nun wechselnd zwischen der eng zugeschnürten und"W e i bs, Kostümkonde. III. * 15