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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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229
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A. Tracht. Deutschi. u. Scandinav . Kleid, d. Männer (1450—1500). 229

lenweis aufzuschlitzen und diese Schlitze zu unterpuffen. An Stickereienwurde nicht gespart. Mit ihnen schmückte man namentlich die äusserenRänder des Brustausschnitts und zuweilen auch selbst die Ermel längsder oberen Hälfte des Oberarms. Die hocliaufgepolsterten Schulternaber, die französischen „mahoilres “ fanden auch jetzt noch bis auf Wei-teres nur sehr geringe Aufnahme; um so mehr aber die mit auf Grundder Aufschlitzungen hervorgerufene Anwendung von möglichst feinenweissen linnenen Unterhemden, darin man, bei deren Kostbarkeit, alsbaldwie in allem Uebrigen in eitelster Weise verschwendete.

Da es bei dieser Art der Bekleidung wesentlich darauf abgesehenwar, durch sie zugleich mit dem Körper zu glänzen, vermied man geflis-sentlich sie etwa durch ein Obergewand zu verdecken. Demnach gestal-tete man den Mantel, den man doch nicht zu aller Zeit und durch-gängig entbehren konnte, zu einem verlniltnissmässig kurzen, vorn weitzu öffnendem Rückenbehang, ihn zum Schliessen vor der Brust dement-sprechend mit thunlichst langen zierlichen Bindesehnüren versehend(Fig. 102).

So das Erscheinen einerseits. Doch blieb man auch hier nicht dabeistehen, sondern folgte auch den damit in Frankreich verbundenen Wan^

Fig. 103.

lungen, wie solche dort wechselnd sich bis zum Schluss des Jahrhun-derts hin vollzogen (vergl. S. 1U ff.)'. Der Brustausschnitt wurde

derts hin vollzogen (vergl. S. 114 ff.): Der Brustausschnitt wurde