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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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230 I- Bas Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jalirh.

gelegentlich noch tiefer über die Schultern erweitert, damit auch zuweilendas Rückenstück ganz demähnlich ausgeschnitten und dann wohlauch dieser Ausschnitt durch einen Unterlatz geschmückt (Fig. 104 a. b)-Den Hals entblösste man mehr und mehr, indem man die Lätze zuneh-mend kürzte; ebenso durch Verkürzung der Ermel die Unterarme unddiese zwar nicht selten bis zur Armbiege hinauf (Fig. 103 c). In derVertheilung der Schlitze und Puffen überliess man sich jeder Laune;ingleichem in der Ausstattung durch kostbare Besätze und Stickereien.Letztere jetzt häufiger in der Form von Sinnbildern und Sinnsprüchen,dabei man denn selbst nicht mehr Anstand nahm sie auch längs denBeinlingen anzubringen. — Andere liessen die Brust geschlossen (Fig. 103b);wieder Andere in diesem Falle, ganz ähnlich wie dies früher schon ein-mal üblich gewesen war, stopften sie gleich Weiberbusen bis zur Un-förmlichkeit hoch aus. — Für die Beinlinge behielt man noch stetsdie äusserste Gespanntheit bei. Daneben aber nahm man auch bald diefranzösische Mode auf, sie entweder über dem Knie zu trennen und da-selbst beide Theile durch Nesteln und Bänder zu einigen, oder über dieganzen Hosen noch eigene Oberschenkelhosen in einer von jenen ver-schiedenen Färbung und Verzierungsweise zu ziehen (Fig. 104 a. b. c).

Fig. 101.

Auch wechselte man hierbei noch insbesondere nach Art der „getheiltenKleidung“ ab, die fortan überhaupt immer mehr zu weitergreifender Gel'tung gelangte (Fig. 103 b; s. unten). — So, im Zusammenhänge damit)folgte man auch in Betreff des Mantels dem ausheimischen Vorgänge*Derselbe wurde zunehmend gekürzt, so dass er auch hier in vielen Fälle 11